ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Bewegender Abschied von Yuhannes Gök

Über 2.000 Menschen versammeln sich zur Trauerfeier für den Fußballer

VON CARSTEN BIERMANN

Abschied | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Gütersloh. Am Eingang der syrisch-orthodoxen Kirche St. Maria empfängt ein großes Bild die Besucher. Es zeigt Yuhannes Gök so wie ihn alle in Erinnerung behalten werden. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht, als fröhlichen, positiven Zeitgenossen. Ein lebensbejahendes Symbol in einem Moment tiefer Trauer.

Über 2.000 Menschen, überwiegend Aramäer, haben sich Donnerstag von dem Fußballer verabschiedet. Am Dienstagmorgen war Yuhannes Gök an den Folgen einer Kopfverletzung verstorben, die er sich am Samstag bei einem Sturz von einem Baum auf seinem Marienfelder Grundstück zugezogen hatte. Im Juni wäre der gebürtige Verler 36 Jahre alt geworden.

Die Kirche ist voll besetzt, ebenso das angrenzende Gemeindehaus, in das die Zeremonie auf eine Leinwand übertragen wird. Alle tragen schwarze Kleidung, Familienangehörige und enge Freunde haben sich eine Art Todesanzeige mit Bild sowie Geburts- und Sterbedatum Göks an die Revers geheftet. Auch weit nach dem offiziellen Beginn strömen immer noch Menschen heran. Einige bleiben im Freien, nehmen in einem großen Pavillon Platz. Auf den Tischen werden Sesamkringel und Weintrauben gereicht.

„Sogar aus Schweden sind Leute hier“

„Die Familie ist sehr religiös“, erklärt Yuhannes Göks Schwager Morisse Dal, der die Trauerfeier mitorganisiert hat. Das große Ansehen, das der Verstorbene zu Lebzeiten genoss, verdeutlicht die große Anzahl von Gästen, die aus dem gesamten Kreis Gütersloh und Paderborn kommen. Die Fußballer der aramäischen Vereine Tur Abdin, St.Gabriel, Aramäer, Assyrer und Suryoye sind vollständig erschienen. Ebenfalls die von SW Marienfeld, wo Yuhannes Gök zuletzt als Trainer tätig war. „Sogar aus Schweden sind Leute hier“, berichtet Dal.

Die rund zweistündige Zeremonie wird von zwei Bischöfen aus Warburg und Holland sowie zehn Priestern der Tradition entsprechend in alt-aramäischer Sprache abgehalten. In den vorderen Reihen stehen die Familienmitglieder, Tränen fließen. Außer Ehefrau Ranja (30) sowie den Söhnen Noah (9) und Joshua (6) trauern auch acht Schwestern und fünf Brüder. Alle blicken auf den schweren Eichensarg, den weiße und rote Rosen schmücken. An ihm lehnt ein weiteres Bild des Verstorbenen. „Bei der Trauerfeier haben wir uns nach den Wünschen der Familie gerichtet“, erklärt Bestattermeister Dirk Hollenhorst.

Er fährt den Sarg schließlich zum Verler St-Anna-Friedhof, wo Yuhannes Gök seine letzte Ruhe findet. Der engste Familienkreis, immer noch über 100 Menschen, säumen das Grab. Ein gecharterter Bus fährt sie wieder nach Gütersloh zurück, wo sich die Menschen bis zum Abend versammeln.

Wie groß die Trauerfeier ist, verdeutlicht auch die Zahl der Einsatzkräfte am Rande. An der Eichenallee regeln sechs Polizisten und zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Verkehr. Die Straßen sind zugeparkt, „aber es gibt keine Probleme“, sagt ein Beamter. Die Familie hat zusätzlich zehn Ordner beauftragt, die Gäste einzuweisen. Für den Notfall steht ein Krankenwagen bereit. „Viele Trauergäste sind schon alt“, erklärt ein Ordner. Bis Sonntag dauert die erste Phase der Trauerzeit, die mit dem rituellen Sonntagsbrot endet.

http://www.nw-news.de/sport/lokalsport/sport_guetersloh/lokalsport_guetersloh/6548638_Bewegender_Abschied_von_Yuhannes_Goek.html

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. April 2012 von in Artikel über Aramäer, News aus aller Welt.

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