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Türkei: Evangelischer Pfarrer kurz vor Osterfest angegriffen

Am vergangenen Samstagabend wurde in der Türkei ein protestantischer Pfarrer von einem wütenden Mob junger Männer angegriffen. Sowohl die evangelischen als auch die muslimischen Gemeinschaften im Land verurteilen den Vorfall scharf. Derweil wurde ein Vertreter der bulgarisch-orthodoxen Kirche in Edirne von einem Offiziellen bewusst geschnitten.

Pfarrer Semir Serkek wurde am Abend vor Ostersonntag von einer Gruppe türkischer Jugendlicher angegriffen. (Foto: DTN)

Pfarrer Semir Serkek wurde am Abend vor Ostersonntag von einer Gruppe türkischer Jugendlicher angegriffen. (Foto: DTN)

Wie Semir Serkek, Pastor der presbyterianischen Kirche im Istanbuler Distrikt Bahçelievler, am vergangenen Montag gegenüber der Polizei mitteilte, seien die Angreifer am späten Samstagabend in seine Kirche eingebrochen. Sie hätten ihn gefragt, wie es überhaupt möglich sein könne, dass hier, inmitten der muslimischen Nachbarschaft, eine christliche Kirche stünde. “Sie zwangen mich, Kalima-i Schahada [die muslimische Verkündigung des Glaubens] zu rezitieren. Andernfalls, sagten sie, würden sie mich töten. Als ich ihnen erklärte, sie sollten doch Respekt zeigen, trat mir einer von ihnen vor die Brust. Dann flohen sie und schworen, mich umzubringen”, so der 58-jährige Geistliche gegenüber der Nachrichtenagentur Cihan.

Der Vorfall, der sich einen Tag vor dem Ostersonntag zugetragen hat, wurde von der evangelischen Gemeinde der Türkei scharf verurteilt. Umut Şahin, Generalsekretär der Allianz protestantischer Kirchen in der Türkei, verurteilte am vergangenen Montag über seinen Twitter-Account die Mentalität, die Hand gegen einen alten Mann zu erheben und damit obendrein auch eines der wichtigsten christlichen Feste zu verderben. Auch Mehmet Görmez, Chef des Direktorats für Religiöse Angelegenheiten, sprach Serkek sein tiefstes Bedauern über den Vorfall aus. Görmez, der sich zu diesem Zeitpunkt in Dänemark aufhielt, um an einer Veranstaltung zur Feier der Geburt des Propheten Mohammed teilzunehmen, wünschte dem Pfarrer eine baldige Genesung.

Bulgarisch-orthodoxer Geistlicher wird in Edirne geschnitten

Wie die türkische Tageszeitung “Zaman” berichtet, kam es auch andernorts zu unschönen Szenen. So habe der Gouverneur von Edirne, Gökhan Sözer, Aleksandır Çıkırık, den Pastor einer bulgarisch-orthodoxen Kirche in Edirne, aus einem Kreis von Menschen ausgeschlossen, die auf die immer schlechter werdende Situation der Selimiye Moschee, die als UNESCO Weltkulturerbe gelistet ist, aufmerksam machen wollte.

Erst am vergangenen Montag hatten sich rund 1000 Menschen auf dem Platz vor der Moschee versammelt, um die Behörden auf die Probleme aufmerksam zu machen. Im Zuge des Protestes fingen die Anwesenden an eine Menschenkette zu bilden und sich an den Händen zu halten. Doch Sözer weigerte sich Çıkırıks Hand zu nehmen, indem er sagte: “Tun sie das mit unserem Muftis und Imamen in Bulgarien?”

Garo Paylan, ein Vertreter der armenischen Gemeinde der Türkei, wird von der türkischen “Radikal” mit den Worten zitiert, dass die Haltung des Staates gegenüber Nicht-Muslimen bereits seit Jahrhunderten so wäre. “Leider wird jeder andere in diesem Staat zu ‘dem anderen’ gemacht, während man die türkische Identität konstruiert. Das ist der Grund, warum Hrants [er bezieht sich auf Hrant Dink, einen türkisch-armenischen Journalisten, der im Jahr 2007 ermordet wurde] in diesem Land getötet werden. Wenn ein Mufti oder ein Iman auf einer Protokoll-Liste in Bulgarien nicht auftauchen, dann ist das eine Schande für das Land. Doch die Türkei sollte sich nicht an der Schande beteiligen, indem sie das gleiche tut.” Gegenüber Journalisten erklärte Çıkırık, nach dem  Verhalten des Gouverneurs gefragt, später: “Wir versammelten uns hier an diesem Tag für Frieden und Brüderlichkeit. Bitte lassen Sie uns solche Vorfälle an einem Tag wie diesem nicht noch extra hervorheben.

Mehr zum Thema:

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Quelle: http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/04/451671/tuerkei-evangelischer-pfarrer-kurz-vor-osterfest-angegriffen/

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. April 2012 von in News aus aller Welt, Völkermord - Christenverfolgung.

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