ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Rousseau versus Fichte!…

Rousseau versus Fichte!…

 

… Oder was Jubiläen über eine Gesellschaft halbgebildeter Bildungseliten verraten

Rousseau

Rousseau

Fichte

Fichte

Was Jubiläen über eine Gesellschaft verraten? Eine ganze Menge. Zum Beispiel wer überschwänglich gefeiert wird und wen die akademische Provinz eigentlich für immer vergessen möchte. Wer das nicht glaubt, kann bei google einen Selbstversuch starten und sich auf die Suche eines Doppeljubiläums machen. Vor 300 Jahre, exakt am 28. Juni 1712, wurde der „Pseudophilosoph“ Jean Jacques Rousseau geboren, dessen Buch „Gesellschaftsvertrag“ die Französische Revolution vorbereitete, und dessen pädagogisches Pionierwerk Emil – in der Praxis völlig unbrauchbar – bereits Ende des 18. Jahrhunderts die ersten „Erziehungsopfer“ forderte, unter anderem den Sohn von Pestalozzi, der bereits als junger Mann geistig zurückgeblieben und verwirrt, an Epilepsie dahinsiechend starb. Das hindert heute unsere Rot-grünen Bildungseliten nicht daran, Rousseau als „Vater der Pädagogik“ zu feiern. Dass der bekennende Onanist, Masochist und Sexualneurotiker, der den vorehelichen Geschlechtsverkehr unterer Schichten mit der  „Kopulation von Hunden“ verglich, die sexuelle Neugierde von Kindern als „Werk der Erziehung“ bezeichnete und darüber hinaus seine eigenen Kinder, oder besser gesagt, die seiner Frau,  im Findelhaus „entsorgte“, landauf und landab von den Gralswächtern subventionierter Akademiekader so ausgiebig gefeiert wird, hat beinah Endzeitcharakter. Spätestens beim „Rousseau Böschungsrasenmäher“ sollte man aufhören zu googeln; dann ist man irgendwo auf Seite 15 der Einträge angelangt, die sich allein mit dem Jubiläum des prüden, neurotischen, paranoiden Exilschweizers befassen. Die Veranstaltungen  in Genf haben bereits begonnen.

 

Jubelachse Bern-Berlin

Ungeachtet der diplomatischen Unstimmigkeiten in Sachen Steuerfahnder herrscht in Sachen Rousseau zwischen Genf- Bern und Berlin-Potsdam eine Art „Jubiläumsachse“. Denn just im gleichen Jahr 1712 wurde in Preußen der Alte Fritz geboren. Dass der schwule König dem wichsenden Schwulenhasser Rousseau 1763 durch seine Asylgewährung im preußischen Neuchatel buchstäblich den Hintern rettete – obwohl er den von Voltaire viel attraktiver fand –  ihn aber gleichzeitig als „ verhinderten Klosterbruder, Diogenesjünger und Grasfresser“ verspottete,  klingt alles ein wenig gaga, für die Universität Potsdamm jedoch ein Grund, Rousseau im Mai mit einem großen Kongress zu ehren. Dieser steht sogar im Zeichen eines Doppeljubiläums „300 Jahre Rousseau – 250 Jahre Emil“. Auch die Universität Greifswald, die Rousseau mit dem „Kalten Krieg“ in Verbindung bringt, das Rochow-Museum, sowie diverse Volkshochschulen, ev. Kirchengemeinden und Bildungsanstalten, zollen bundesweit dem Klausner und Kleptomanen frenetischen Beifall. Herzlichen Glückwunsch!  Parallel zu diesem Ereignis druckte die linke Berliner Gazette „Jungle World“ ein Interview mit dem Leiter der Hauptjubelveranstaltungen in Genf, Francois Jacob, ab, das in dem orgiastischen Credo mündet: „Rousseau ist universell“, garniert mit der neuen Erkenntnis, dass Rousseau und Voltaire –  lebenslange Todfeinde – doch eigentlich gar nicht so verschieden waren.

Wer im Jubiläumsjahr in der Schweiz unter Rousseaus Fahne so alles segelt, stimmt beinah heiter. Zu forderst ein Schiff, das frisch vom Stapel gelassen rund um die Peters Insel auf dem Bieler See kreuzt, genau an jenem Ort, wo man vor 250 Jahren den schwer Blasenkranken Bohemien mitten im Winter zur weiteren Flucht auf die britischen Inseln zwang. Es folgen diverse schweizerisch französische Fremdenverkehrsvereine und Museen im teuren Savoyen und Juragebiet, die unter dem Stichwort „Themenjahr“ Touristen auf die Spuren des „einsamen Spaziergängers“ locken wollen, gefolgt vom Rattenschwanz  der Genfer Kultur und Bildungsbürgerszene, unterstützt von der Schweizer UNESCO  und der eidgenössischen Finanzbranche. In Deutschland sind es vor allem Leute aus dem Linken Lager, die ihn wegen seiner  Zivilisationskritik feiern und ihm gar unterstellen, er habe Fukoschima voraus gesehen. Hat denn keiner Heinrich Heine gelesen, der Rousseau bereits vor 200 Jahren als charakterlosen Lügner und selbst verliebten Scharlatan entlarvte?

 

Fichte klingt nach Faschismus

Doch nun zum zweiten Geburtstagskind, oder besser gesagt Schmuddelkind, das bei den Jubelfeiern am Katzentisch sitzt, dem deutschen Philosophen Johann „Gottlieb“ Fichte. Klingt das nicht irgendwie nach Wagners Tannhäuser und Faschismus? Und erst der Vornahme! Grauenvoll! Wo doch heutzutage eine agnostische Weltanschauung Grundvoraussetzung für ein Philosophiestudium ist. Wer hier den Google-Selbstversuch  „250 Jahre Fichte“ startet, landet auch prompt nicht beim Philosophen sondern bei der Jubiläumsausgabe der zweitältesten Porzellanmanufaktur. Zwischen deren massenhaften Einträgen ein kleiner Hinweis, dass die „Bayrische Akademie der Wissenschaft“ dieses Jahr endlich zum „Geburtstag“ des Philosophen das komplette Werk von Fichte herausgibt; die Post erfreut die Philantelisten mit einer Sonderbriefmarke.  Na geht doch! Die Geburtstagsgeschenke sind da. Aber wo findet die Party statt?

Bei weiteren Googleseiten, verliert man sich in einem virtuellen Nadelwald.  Fichten so weit das Auge reicht, aber kein Philosoph.  Nicht einmal eine Wikipedia-Seite ist in Sicht. Neuer Versuch: „ 250 Jahre Johann Gottlieb Fichte“  Volltreffer: Die Party findet in Fichtes Geburtsort Rammenau statt,   ein Ort mit 1400 Einwohnern, in der Oberlausitz nahe der polnischen Grenze. Feier im Barockschloss am 18. Mai in „geschlossener Gesellschaft“; am nächsten Tag „Kutschfahrt“ zu den Kindheitsstätten des führenden Vertreter des deutschen Idealismus und Protodemokraten, Schüler von Kant und Wegbereiter von Hegel, im Gegensatz zu Rousseau ein echter Philosoph, mit abgeschlossenem Studium (Theologie und Jura) und anschließender Lehrtätigkeit. Nix gegen eine Kutschfahrt durch die wunderschöne Oberlausitz, aber wäre eine große Feier in Berlin inklusive Tagung nicht angemessen, wo Fichte zeitweise sogar Rektor der Universität war – der erste gewählte übrigens –  und wo seine Reden Deutschland weit Aufsehen erregten? Oder etwa in Jena, wo man ihm mit haarsträubenden Begründungen – unter anderem „Atheismusvorwurf“ – 1799 die Professur entzog und zum Teufel jagte, während ein erzkonservativer, bigotter, studentischer Mob in SA-Manier seine Fensterscheiben einwarf.

 

Patriot und Pionier der 3. Weltbewegung, Konsumkritiker, Gegner der Sklaverei

Was hat er nur verbrochen, der Arme? Ist er nicht sogar ein indirekter Wegbereiter von Karl Marx und „Frühsozialist“? Auch hier wird man schnell fündig. Es sind die „Reden an die Deutsche Nation“, die unseren halbgebildeten Eliten quer im Magen liegen. Hat er es doch tatsächlich gewagt, ein Land, dass bis 1806 aus fast  500 souveränen Einzelstaaten bestand – einige davon so groß wie drei Fußballfelder – und sich zu Fichtes Zeiten vornehmlich aus  Satellitenstaaten der französischen Militärdiktatur zusammensetzte, inklusive des annektierten Rheinlandes, großen Teilen Hessens, Westfalens und der Pfalz, zu ermahnen, endlich eine geeinte, selbst bestimmte Nation zu werden. Fichte ein Wegbereiter des Deutschen Nationalismus! Ein Protofaschist!

Geht man genauer auf diesen verquasten Mist ein, stellt man schnell fest, dass die Verbreiter dieser postdemokratischen Schauermärchen das Werk des Philosophen nicht mal ansatzweise richtig gelesen haben. Dass Fichte als Sachse und  bekennender Sympathisant der sorbischen Minderheit (die Martin Luther als Abschaum bezeichnete), weder dem preußischen Militarismus huldigte noch einem „germanischen Rassismus“ Rechnung trug, sondern in seinen Reden an die deutsche Nation gerade die kulturelle und ethnische Vielfalt Deutschlands betont, wird geflissentlich überlesen. Auch den germanischen, die Welt erobernden Herrenmenschen sucht man vergebens, stattdessen eine KLARE  ABSAGE  AN DIE  AUSBEUTUNG  DER  DRITTEN  WELT UND DIE KONSUMGESELLSCHAFT; wie sie deutlicher nicht ausfallen kann:

… Ebenso fremd ist dem Deutschen die in unseren Tagen so häufig gepredigte Freiheit der Meere. Jahrhunderte hindurch, während des Wetteiferns anderer Nationen hat der Deutsche wenig Begierde gezeigt, an derselben in einem ausgedehnten Maße teilzunehmen, und er wird es nie…    

„Oh möchte doch nur den Deutschen sein günstiges Geschick ebenso vor dem mittelbaren Anteile an der Beute der anderen Welten bewahrt haben, wie es ihn vor dem unmittelbaren bewahrte. Möchte Leichtgläubigkeit, und die Sucht, auch fein und vornehm zu leben, wie die anderen Völker, uns nicht die entbehrlichen Wahren, die in fremden Welten erzeigt werden, zum Bedürfnisse gemacht haben; möchten wir in Absucht der weniger entbehrlichen lieber unserm freien Mitbürger erträglichere Bedingungen machen, als vom Schweiße und Blute eines armen Sklaven jenseits der Meere Gewinn zu ziehen…“    

Patriot und gleichzeitig ein Pionier der Konsumkritik, dass passt in den Hirnen der progressiven Eliten nicht zusammen.  Schon gar nicht wenn das Wort „Deutschland“ dabei fällt. Es mutet fast wie ein Omen an, dass der akademische Kongress der „Internationalen Fichtegesellschaft“ nicht in Berlin sondern im fernen Bologna stattfindet. Grazie Italia! Il tedesco sono degli i idioti ingrati! (Ich hoffe mein google-Übersetzer hat mich nicht ganz im Stich gelassen)

Klaus Lelek

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 13. April 2012 von in News aus aller Welt, Sonstiges.

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