ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Merkmale einer Nation, Ethnie oder Sprache

1. Merkmale einer Nation, Ethnie oder Sprache

1.1 Die Nation

Abstrakt betrachtet ist die Nation im heutigen Sinne eine Gemeinschaft von natürlichen Personen, die aufgrund gemeinsamer personeller und/oder territorialer Merkmale auf rechtlicher und/oder soziologischer Weise miteinander verbunden sind. Zwischen dem rechtlichen und dem soziologischen Nationenbegriff muss klar unterschieden werden. So bildet die rechtliche Zusammenfassung von natürlichen Personen als Bürger eines Staates der so genannten Staatsnation. Die Staatsnation ist in diesem Fall identisch mit dem völkerrechtlichen Begriff des Staatsvolkes, denn die Staatsnation wird vom Staatsvolk gebildet. Dieses Staatsvolk übt auf seinem völkerrechtlich definierten Staatsgebiet seine Staatsgewalt aus.

Hiervon zu unterscheiden ist die so genannte Kulturnation, die eine soziologische Zusammenfassung von natürlichen Personen nach bestimmten Merkmalen ist.

Diese Merkmale können vor allem die gemeinsame Sprache oder die gemeinsame Kultur sein. Die Kulturnation ist nicht zwangsläufig mit der Staatsnation identisch und muss daher nicht auf ein bestimmtes Staatsgebiet beschränkt sein. So gehören zum Beispiel die schlesischen Bürger des Landes Polen zwar der polnischen Staatsnation, nicht jedoch der polnischen Kulturnation an. Die schlesischen Bürger des Staates Polen gehören der polnischen Kulturnation an, die nicht auf das Staatsgebiet des Staates Polen beschränkt ist.

1.2 Die Ethnie und die Sprache

Der Begriff der Kulturnation führt uns zum Begriff der Ethnie, der noch schwieriger zu erfassen ist. Der Begriff Ethnie kommt vom griechischen Wort Ethnos und bedeutet „Volk“. Die Ethnie bezeichnet eine Gemeinschaft von Menschen, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl verbindet, die eine gemeinsame Sprache sprechen, in der Regel einen gemeinsamen Siedlungsraum bewohnen und sich hinsichtlich ihrer Kultur sowie in den Lebensgewohnheiten von den Nachbarn unterscheiden. Eine genaue Definition, ab wann sich Ethnien ausreichend voneinander unterscheiden, um eigenständig zu sein gibt es nicht. Die Grenze, ab wann wir von einer eigenständigen Ethnie sprechen können und ab wann noch nicht, ist zudem fließend und wird oft durch subjektive politische Erwägungen festgelegt. Genauso fließend ist die Grenze zwischen einer Sprache und einem Dialekt. So ist die Sprache oft an eine Nation gebunden und trägt daher den Namen dieser Nation. So ist zum Beispiel die heutige deutsch-bayerische Sprache die Staatssprache der österreicherischen Nation. Gäbe es keine österreichische Nation, gäbe es wahrscheinlich auch keine eigenständige österreichische Sprache. Ein anderes Beispiel hierfür ist Portugal. Wenn das Gebiet und die Bevölkerung von Portugal ein Teil von Spanien wären, würden wir die portugiesische Sprache wahrscheinlich als spanischen Dialekt ansehen. Eigenständige Sprachen sind also zum Teil rein politische Schöpfungen und an bestimmte Nationen gebunden. Ein amerikanischer Linguist bezeichnete einmal die Sprache als einen Dialekt mit einer eigenen Armee. Ein weiteres Beispiel hierfür ist die heutige Unterscheidung zwischen der bosnischen, der kroatischen und der serbischen Sprache. Diese Sprachen sind deutlich jünger als die heutige makedonische Sprache und sind das politische Produkt der Staatenbildung auf dem Gebiet der ehemaligen 5 Merkmale einer Nation, Ethnie oder Sprache Jugoslawien. Die eigenständige Sprache hat oft den politischen Zweck, die eigene Nation oder Ethnie von anderen Nationen und Ethnien abzugrenzen. Nichtsdestotrotz ist diese Art der Nationen- und Sprachenbildung sowohl im Völkerrecht als auch in der internationalen Politik weitgehend anerkannt.

1.3 Abstammungsprinzip und Territorialprinzip an dem Beispiel der Aramäer/Suryoye

Nach dem Abstammungsprinzip ist jede natürliche Person Aramäer, die unmittelbar von den antiken Aramäern abstammt. Die heutigen Suryoye, die man so nach Christus nennt, sind keine Assyrer, da die antiken Assyrer schon sehr lange nicht mehr existieren und weil eine unmittelbare Nachkommenschaft als abgeschlossene Gruppe nicht mehr existiert spielt dieses Abstammungsprinzip heute keine große Rolle mehr. Nur in Verbindung mit dem Territorialprinzip spielt das Abstammungsprinzip noch eine Rolle.

Nach dem Territorialprinzip ist jede natürliche Person z.B. ein Syrer, wenn diese Person in Syrien geboren wurde und in der Regel dort auch lebt bzw. ihre Heimat dort hat. Dieses Territorialprinzip ist heute das entscheidende Prinzip für die Definition des Aramäers. Nach diesem Prinzip sind alle Bewohner der geographischen Region Syriens Syrer, also auch die Aramäer, Armenier und andere Gruppierungen. Wird dieses Prinzip für eine Volksgruppe in Frage gestellt, dann müsste es für alle anderen Volksgruppen auch in Frage gestellt werden. Auch die heutigen griechischen Makedonier stammen nicht unmittelbar von den antiken Makedoniern ab, sondern sind aufgrund des Territorialprinzips und nicht aufgrund des Abstammungsprinzips Makedonier.

Für dieses Territorialprinzip ist das geographische Makedonien im heutigen Sinne Maßstab und nicht das geographische Gebiet des antiken Makedonien.

Fazit: Wir Suryoye/Syrer – Assyrer – Chaldäer – Maroniten-Malkitten-Mandäer sind so zu sehen eine Ethenie, wir sind eine Kulturnation, wir sind also eine Nation im Sinne der Sprache und Kultur die uns miteinander verbindet, denn wir sind Aramäer, ein Volk das nicht geographisch zu verstehen ist, wie die Namen Assyrer, Syrer, Chaldäer, Maroniten usw.!

Lukas Saliba

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. April 2012 von in Artikel über Aramäer.

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