ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Der Völkermord ist eine historische Tatsache. Er kann nicht mit falschen Nationalfesten vertuscht werden!

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SKD_Erklärung zum 19. Mai 2012 

Verein der Völkermordgegner e.V. Frankfurt / Main

(SKD); Kontakt: Ali Ertem Tel.: 0049/69/5970813 E-Mail: skd@gmx.net

Der Völkermord ist eine historische Tatsache.

Er kann nicht mit falschen Nationalfesten vertuscht werden!

So wie die Republik der Türkei den 23. April  und damit den Vorabend des Jahrestages des Völkermords an den Armeniern/Assyrern-Aramäern zum “Kinderfest und Tag der Gründung der Republik” erklärt hat, hat sie den 19. Mai, den Jahrestag des Völkermords an den Griechen des Pontos zum “Fest des Gedenkens an Atatürk, der Jugend und des Sports” erklärt.Wenn nationale Feiertage ihre Legitimitätsgrundlage verlieren und zu einer rassistischen Machtshow sowie zu Drohwerkzeugen gegen andere Völker und Nationen umgedeutet werden, wäre es naiv, die Hintergedanken dieser Feste zu ignorieren. Wenn weiterhin diese Feste insbesondere zur Verschleierung großmassstäbiger Verbrechen wie Völkermorde und Pogrome dienen, dann ist es gefährlich, die politischen Motive zu ignorieren.Niemals wird die Würde der Völker und Menschen so schamlos mit Füßen getreten wie unter der Herrschaft eines völkermordleugenenden Staates. Von der Diktatur des „Komitees für Einheit und Fortschritt“ bis zur türkischen Republik wandelte sich das türkische Herrschaftsfeld zu einem Völkerfriedhof. In einer Geschichte von fast 600 Jahren von den willkürlichen Beschlagnahme bis hin zur Enthauptung oppositioneller Stimmen gegen diese Willkür hat das System der Willkürherrschaft keine einzige Freiheitsbestrebung geduldet.  Die unionistische Barbarei hat bis jetzt für keinen Völkermord unter osmanischer Herrschaft jemals Verantwortung für die Verbrechen übernommen, welche im damaligen internationalen Kontext unter Kriegsbedingungen mit Hilfe von internationalen Bündnissen begangen wurden. Die auf ermordeten osmanischen Staatsbürgern errichtete türkische Republik versucht jetzt mit gefälschten Festen die historischen Tatsachen zu verschleiern.

So wie beim Völkermord an den Armeniern wurde die intellektuelle Elite der osmanischen Griechen auf öffentlichen Plätzen gehängt; sie wurden in das Innere Anatoliens deportiert und auf den Wegen und in Gefängnissen ermordet. Aus den ausgewählten Männern im erwerbsfähigen Alter wurden „Arbeiterbataillonen“ gebildet; sie waren unter inhumanen Bedingungen und bis zum Tode zur Zwangsarbeit verpflichtet. Während viele infolge der unmenschlichen Behandlung ihr Leben in Hunger und Durst verloren, wurden die restlichen nach Abschluss der vorgesehenen Arbeiten ermordet.

Griechen, Armenier und Assyrer-Aramäer sind mit ihrem kulturellen Erbe von drei Jahrtausenden in ihrer ureigenen Heimat durch Völkermorde und Vertreibungen zu Minderheiten geworden. Egal wo wir in Anatolien, Mesopotamien, dem Kaukasus oder Thrakien hinsehen, überall befinden sich noch historische Zeugnisse der einstigen Präsenz dieser durch Genozid vernichteten Völker. Die auch nach 100 Jahre andauerndem Vandalismus nicht völlig ausgelöschten Meisterwerke bilden noch immer Sehenswürdigkeiten für Touristen aus aller Welt. Die als „osmanisches Kulturerbe“ gepriesenen beweglichen Kunstwerke (Gold-Silber-Kupfer-Eisen-Schmuck, Keramik, Seide, Teppiche, Schnitzereien etc.) und Baudenkmäler (Paläste, sakrale Bauten einschließlich Moscheen, Schulen, Brücken, öffentliche Bäder, Karawansereien, etc.) sind armenischen, griechischen, assyrisch-aramäischen Handwerkern zuzuschreiben. Hunderttausende von Touristen besuchen die Türkei Jahr für Jahr, um das kulturelle Erben dieser Völker zu sehen und zu bewundern. Doch die Herrscher der Türkei leugnen weiterhin skrupellos die eigentlichen Besitzer des reichen historischen Erbes, während Millionenerträge  aus diesem Erbe in die türkische Staatskasse fließen.

Die Griechen sind ein durch Völkermord und Vertreibung zwischen 1912 bis 1922 in Kleinasien und Thrakien ausgerottetes Volk. Der 19. Mai 1919 gilt als Beginn der Endphase der Vernichtung der Pontosgriechen. Der als „Jugend- und Sportfest“ getarnte, aber in der Realität auf die Leugnung des Völkermords fokussierte Tag ist eigentlich der Entscheidungstag der neuen Welle des Völkermords, der von verschiedenen Unionisten u.a. Mustafa Kemal, Topal Osman, Kazim Karabekir, Mithat Şükrü, Fevzi Cakmak, Celal Bayar, Ismet Inönü beschlossen wurde, um den während der Balkankrieges 1912/3 eingeleitete Vernichtung der osmanischen Griechen zu vollenden.

Der 19. Mai ist der Jahrestag der dritten und abschließenden Völkermordphase mit dem Ziel der Ausrottung der Pontosgriechen, des Feldzugs nach Armenien und der daraus folgenden ultimativen Zerstörung des armenischen Volkes, der vollständigen Annektierung Armeniens und der Unterdrückung des Widerstands des kurdischen Volkes unter der Führung des Kocgiri Stamms, der die Falle der Unionisten schon erkannt und sich dagegen zur Wehr gesetzt hatte.

Angehörige der kemalistischen „Befreiungseinheiten“ posieren mit dem aufgehängtem Leichnam einer griechischen Lehrerin aus Nazilli, deren Brüste, Hände und Kopf abgeschnitten wurden. Datum: 15 Juni 1920

1922: Evakuierung griechischer und armenischer Waisenkinder durch das US-Hilfswerk Near East Relief nach Syrien

Die Weltöffentlichkeit übt seit längerem Druck auf internationale Institutionen und nationale Parlamente aus, damit sich die Türkei mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt und der Völkermord von 1915 anerkennt. Aufgrund des entschlossenen Kampfes der betroffenen Völker (das armenische Volk an der Spitze) erfährt die Menschheit jeden Tag mehr über die blutigen Hintergründe der gefälschten Staatsfeste der Türkei. Die offizielle  Anerkennung des Völkermords durch verschiedene nationale und internationale Institutionen bis zum heutigen Tag ist diesen Kämpfen zu verdanken.[1]

Die Quelle unserer Schams ist die verbreitete Akzeptanz der türkischen Staatspolitik zu Völkermord und dessen Leugnung durch die überwältigende Mehrheit unserer Gesellschaft; das Zuschauen der sich als revolutionär oder fortschrittlich bezeichnenden legalen und illegalen Parteien und der Gewerkschaften. Ihr Schweigen und ihre Akzeptanz ermöglichen es, dass die Menschenwürde seit 100 Jahren von Mördern, Dieben und Vergewaltigern mit Füßen getreten wird. Daher kann bis heute kein Massenmord, kein Pogrom und kein unaufgeklärter Mord zur Rechenschaft gezogen werden. Der türkischen Gesellschaft wurde systematisch und über lange Zeit ihres Gewissens beraubt. Ihre Beihilfe zum Völkermord und dessen Leugnung hat die Gesellschaft moralisch entarten lassen.

Es ist unmöglich für eine Gesellschaft, die den Opfern des Völkermords eine von Herzen kommende Entschuldigung verweigert, sich von dieser Schande zu retten. Eine solche Gesellschaft wird auch immun gegen neue Verbrechen.

Aus diesem Grund fordern wir von der Republik Türkei: Die sofortige Anerkennung des Völkermords von 1915, Entschuldigung bei dessen Opfern des Völkermord und die Erfüllung der Verpflichtungen, die sich aus dem Völkermord ergeben!
Respekt für das Opfergedenken der Griechen von Ionien, Kappadokien, Pontos und Thrakien; Gerechtigkeit für Kinder und Enkelkinder der Überlebenden!
Gerechtigkeit für alle Opfer des Völkermords!

Frankfurt,  19. Mai 2012


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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Juni 2012 von in Völkermord - Christenverfolgung.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

Yes, You Can Say ‘Genocide,’ Mr. Prim Minister Erdogan!

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