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Säbelrasseln im Süden, Machtkampf im Norden – Bürger aus Mali wollen den Kampf gegen die Islamisten!

Schwerer Schlag für die Tuareg-Bewegung im Norden Malis. Nachdem die Islamisten Timbuktu eingenommen haben, kontrollieren sie alle strategisch wichtigen Orte. In der Hauptstadt Bamako liegen die Nerven blank: Da die Übergangsregierung untätig bleibt, wollen viele das Recht selbst in die Hand nehmen. Experten warnen vor einem Bürgerkrieg.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Proteste in Bamako (Foto: dapd)Großansicht des BildesIn Bamako, der Hauptstadt Malis, demonstrieren die Menschen gegen die Islamisten im Norden des Landes. (Bild vom 27.06.2012)Bamako erlebt in diesen Tagen eine Demonstration nach der anderen, und die Stimmung in Malis Hauptstadt wird immer aggressiver. Kein Wunder: Erst putscht Ende März eine Militärjunta gegen Präsident Amadou Toumani Touré, wenige Wochen später ist Mali faktisch geteilt. Viele Menschen im Süden sorgen sich um das, was die Diplomaten „territoriale Integrität“ nennen – und haben Angst um Familienangehörige im Norden.

„Wir wollen, dass der malische Staat endlich seiner Verantwortung gerecht wird! Die Regierung soll uns ausrüsten, damit wir in den Krieg ziehen können. Wir sind schon dabei, eigene Einheiten zu bilden, eine Armee der Zivilisten. Unsere Brüder im Norden verteidigen sich mit leeren Händen! Sie kämpfen mit Knüppeln und Steinen gegen Kalaschnikow-Gewehre!“, sagt einer der Demonstranten.

Im März hatte das politische Chaos nach dem Putsch den Tuareg-Rebellen im Norden in die Hände gespielt: Mit schweren Waffen aus libyschen Beständen überrollten sie die republikanische Armee – und nahmen das riesige Wüsten-Territorium ein, das sie nun Azawad nennen. Doch Azawad bleibt umkämpft: Die islamistische Gruppierung Ansar Dine und die Dschihad-Bewegung MUJAO haben in den vergangenen Tagen die weltlich orientierten Tuareg vertrieben. Überall im Norden weht nun die schwarze Fahne der Islamisten. Sie rufen das islamische Recht, die Scharia, aus und zerstören die Mausoleen muslimischer Heiliger – das Weltkulturerbe von Timbuktu. Viele Menschen sind aus Angst vor Gewalt geflohen, Hilfsorganisationen sprechen von einer humanitären Katastrophe.

Audio: Pulverfass Mali – Säbelrasseln im Süden, Machtkampf im Norden

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AudioAlexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat02.07.2012 09:15 | 3’31

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„Wir werden selbst an die Front gehen“

Anführer von Al Kaida im Islamischen Maghreb sollen sich in der Region aufhalten, kriminelle Banden ihr Unwesen treiben. Die Gerüchte überschlagen sich, tausend Kilometer südlich, in Malis Hauptstadt, kocht die Volksseele: „Seit mehr als drei Monaten leiden wir an dieser Situation. Frauen aus unseren Familien werden da oben im Norden vergewaltigt – und jetzt sterben die Kinder. Wenn die Armee weiter nichts gegen diese Leute tut, dann werden wir unseren Söhnen und uns selbst die Kampfanzüge anziehen und selbst an die Front gehen!“, sagt ein aufgebrachter Demonstrant.

Bewaffnete Rebellen in Mali (Foto: AFP)Großansicht des BildesBewaffnete Islamisten der Gruppe Ansar Dine.Vor solchem Säbelrasseln warnt der Sahel-Experte Mathieu Guidère von der Universität Genf. Übergriffe auf die Zivilbevölkerung müssten dringend aufgeklärt werden, doch angesichts der gespannten Lage dürfe man im Pulverfass Mali keinesfalls mit Gerüchten zündeln. Guidère warnt vor einem Bürgerkrieg. Noch hätten islamistische Extremisten nur bedingt Rückhalt bei den Ethnien des Nordens, Al Kaida könne sich ohne die Zustimmung der Tuareg-Stammesfürsten nicht einfach ausbreiten. Noch sei der Norden Malis kein zweites Afghanistan, wie schon so oft herbei geschrieben.

Experte warnt vor übereiltem Handeln

Aber er könne es aber bald werden: „Alle, die nun von Krieg und Rache sprechen, riskieren noch mehr Flüchtlinge und noch viel mehr Opfer, als dieser Konflikt bisher schon gefordert hat! Wir brauchen auf jeden Fall als erstes eine stabile Regierung in Bamako, die dann mit dem Norden politische Verhandlungen führen könnte. Aber noch haben wir eine solche Regierung nicht. Es hätte dramatische Folgen, wenn man jetzt in den Norden einmarschieren und eine militärische Lösung erzwingen wollte – ohne dass die Lage in der Hauptstadt Bamako stabil ist“, meint der Experte.

So lange scheint allerdings die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS nicht warten zu wollen: Westafrikas Staats- und Regierungschefs haben den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, mit einer Resolution die Entsendung einer regionalen Eingreiftruppe zu unterstützen; ECOWAS will mehr als 3000 Soldaten nach Mali verlegen, so schnell wie möglich. Ansar Dine, die Bewegung der islamistisch orientierten Tuareg, droht im Fall eines Militäreinsatzes bereits mit Vergeltung.

Das Volk der Tuareg

Die Tuareg sind ein Berbervolk in der Sahara-Region, zu dem Angehörige verschiedener Stämme zählen. Schätzungen zufolge leben rund 1,5 Millionen Tuareg in Niger, Mali, Algerien, Libyen, Burkina Faso und Mauretanien. Als ihre eigentliche Heimat sehen sie die Region Azawad in Mali an.

Vor der Kolonialzeit dominierten die sich mit indigoblauen Tüchern vor der Sonne schützenden Nomaden den Handel durch die Sahara, bis sie von französischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Ihre Position blieb auch nach der Unabhängigkeit geschwächt.

In den 1980er-Jahren verließen viele Tuareg infolge einer Dürre Mali. Als sie zurückkehrten, führten sie Krieg gegen die Regierungstruppen. Auch in Niger starteten die Tuareg einen Aufstand. Nach langen Verhandlungen wurden die Tuareg in Malis Armee integriert. Auch Libyens Ex-Diktator Gaddafi rekrutierte Tuareg für seine Streitkräfte.

http://www.tagesschau.de/ausland/mali184.html
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Juli 2012 von in Exstremismus/Terrorismus, News aus aller Welt.

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