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„Selbstverliebte Kirchen vergessen verfolgte Christen“

Christen werden in der muslimischen Welt zunehmend Opfer von Diskriminierungen. Auf Solidarität von den Kirchen hierzulande könnten sie dabei nur selten zählen. Das sagt die Islamwissenschaftlerin Rita Breuer im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ – und wirft den Kirchen Selbstverliebtheit vor.
Foto: Paolo Cruz/Fotolia

Alle mehrheitlich muslimischen Länder befänden sich unter den ersten fünfzig Staaten, die Christen verfolgen, sagt Rita Breuer. „Je intensiver die religiöse Ausprägung eines islamischen Staatswesens ist, desto schlechter ist die Lage der Christen.“ Die beiden großen Kirchen in Deutschland gingen allerdings tendenziell davon aus, der Islam habe dieselben Werte und Grundideen wie das Christentum. Das sei eine Form von Blauäugigkeit und Selbstverliebtheit, „zu glauben, dass jeder Mensch die Werte teilt, auf denen das Christentum fußt. Und nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass andere eigenständige Religionsgemeinschaften manches anders sehen als wir“, so die katholische Wissenschaftlerin. Damit nehme man den Islam aber nicht ernst.

Wie Breuer sagte, seien Christen in der muslimischen Welt oft fassungslos darüber, wie sich die Kirchen für die Rechte der Muslime in Deutschland einsetzten, gleichzeitig aber keinen Sinn für die Lage der Christen in muslimischen Ländern hätten. Es entstehe der Eindruck, „dass man sich hierzulande lieber mit der Frage beschäftigt, ob ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen islamfeindlich ist, als sich zu überlegen, wie man den bedrängten Christen zu Hilfe eilen kann.“ Zwar gebe es Organisationen, die das tun. Auch die Aufmerksamkeit dafür wachse langsam, doch es gebe noch keine flächendeckende Auseinandersetzung mit dem Thema. Nicht jeder Muslim diskriminiere Christen und auch nicht jeder Christ in einem muslimischen Land werde verfolgt. „Aber es geht darum, es nicht länger zu leugnen, dass Christen in der muslimischen Welt zunehmend Opfer von Diskriminierungen werden, von Beleidigungen, Benachteiligungen, Verfolgung bis hin zur Tötung.“  Oft werde das in der Öffentlichkeit beschönigt oder ignoriert.

Selbstbewusstes Bekenntnis

Von den Kirchen wünscht sich Breuer „ein ganz klares und selbstbewusstes Bekenntnis zur eigenen Religion und Wertigkeit“. Dazu gehöre es, sich für verfolgte Glaubensgeschwister einzusetzen und auch Probleme im Dialog mit Muslimen nicht klein zu reden. Auch Politiker sollten gegenüber muslimischen Staaten sowie Verbänden in Deutschland das Thema Christenverfolgung immer wieder ansprechen und auf dem Recht der freien Religionsausübung bestehen.

Wut empfinde Breuer, wenn sie daran denkt, dass Salafisten in Deutschland Korane verteilen dürfen, es aber beispielsweise im Iran verboten ist, eine persisch-sprachige Bibel überhaupt zu besitzen. Eine „unerträgliche Schieflage“ sei das. „Muslime haben hier das ungeteilte Recht auf freie Religionsausübung. Dafür werde ich mich immer einsetzen. Dass die Salafisten dieses Recht für sich in Anspruch nehmen, solange es ihnen nützt, aber es nicht vertreten – darauf kann man auch nicht häufig genug hinweisen.“

Rita Breuer ist promovierte Islamwissenschaftlerin aus Aachen. Im Herder-Verlag erschien kürzlich ihr Buch: „Im Namen Allahs? Christenverfolgung im Islam.“ (pro)

VON: JSt | 02.07.2012

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=5564

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. Juli 2012 von in Völkermord - Christenverfolgung.

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