ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

We are the future!

Ist die Heimat der Alten auch die Zukunft der Jungen?

Aramäischer Jugendverein diskutiert in Hausen über die Rückkehr nach Tur ‘Abdin

(ag). Die aramäische Gemeinde im Landkreis Gießen ist groß, viele der Christen flohen aus der islamischen Türkei vor Verfolgung aus ihrer Heimatregion und begannen hier ein neues Leben. Der aramäische Jugendverein Gießen hatte zu einer ganz besonderen Bibelstunde in die Hausener Kirchengemeinde Mor Had B’Shabo unter der Fragestellung  „Was muss ich für meinen Glauben tun?“ eingeladen. Einig waren sich die Gäste des aramäischen Jugendvereins Gießen, dass Glaube keine Frage von „Lust oder Bock“ sei. Ob der Glaube aber gebietet, wieder in die ursprüngliche Heimat zu gehen, die Frage wurde in einem Film beleuchtet.

Unter dem Titel „Die Rückkehr der Aramäer“ hatte die Studentin Anja Reiß an der Ludwigsburger Filmakademie eiden Film für ihre Diplomarbeit gedreht. Drei Wochen brachte sie am Tur ‘Abdin zu, dem Berg der Knechte Gottes. Producer Márk Szilágyi führte das Werk vor. Der Film behandelt die Rückkehr einiger Aramäer aus Göppingen, um ihr zerstörtes Dorf Arbo wieder aufzubauen und ihr kulturelles Erbe zu sichern.

Das Volk der Aramäer ist seit der Bronzezeit nachweisbar. Die aramäische Sprache, verbreitet von Palästina bis zum Perserreich, wurde bereits von den ersten Christen gesprochen. Im ersten Jahrhundert wurde das Volk von den Aposteln Thomas und Thaddäus christianisiert und bildete im Verlauf der Jahrhunderte eine Grenze zwischen Byzanz und dem Perserreich. Bereits im Mittelalter waren die aramäischen Christen in der Minderheit und damit zahlreichen Repressionen seitens der islamischen Mehrheit ausgesetzt. Im 19. und 20. Jahrhundert erlitten die Menschen im Dreiländereck zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak furchtbare Massaker, in deren Folge die meisten Aramäer ihre Heimat verließen. Heute leben nur noch 3000 Aramäer in Tur ’Abdin. Im Film zeigte Protagonist Abrohom seine Heimat am „Berg der Knechte“. Zerfallene Häuser, Ziegenhirten, grüne Wiesen in hügeligem, braunem Kalkstein beherrschen die Szene. In den 80er Jahren hatte er die Heimat seiner Vorfahren verlassen und den größten Teil seines Lebens im schwäbischen Exil verbracht. Nachts sei man seitens der PKK und tagsüber durch das türkische Militär gequält worden. Bis 1995 habe man im kleinen Dorf 40 Tote zu beklagen gehabt. Der Film arbeitet mit dem Kontrast zwischen Göppingen und Arbo. Hier Tochter Maria, die ihr Auskommen in einem Friseursalon gefunden hat. Dort Abrohom, der mit einigen gleichgesinnten Männern den Ort von Grund auf modern neu erstehen lässt. Mit viel Mühe werden von ungelernten Handwerkern perfekte Häuser mit modernster Technik errichtet. Nur Strom fehlt. Türkische Behörden wenden eine Hinhaltetaktik an.

Seit dem Waffenstillstand mit der PKK sind Besuche möglich und seit die Türkei die EU-Mitgliedschaft erreichen möchte, können ehemalige Bewohner wieder in ihre Dörfer zurück. Offiziell wird die Rückkehr sogar gefordert. Abrohom hat sein Haus zum Osterfest 2011 fertig. Ein modernes Schlafzimmer, eine moderne Küche und für jede der beiden Töchter ein eigenes Kinderzimmer. Aber er muss im Film zugeben, dass die Rückkehr der Aramäer für seine Kinder ein Sprung ins vorletzte Jahrhundert werden würde.

Als der Umzugstermin im Familienkreis in Göppingen festgelegt wird, stehen seiner Frau die Tränen in den Augen. Die Töchter wollen erst einmal nicht mit. Mit einem „Schau mer mal“ auf den Lippen endet der Streifen und lässt den Ausgang offen. Ein frenetischer Applaus freute Producer Szilágyi.

Selbstverständlich kam in der anschließenden Diskussion die Frage nach dem Fortgang der Geschichte auf. Tatsächlich, so Szilágyi habe man den Termin „Ostern 2012“ gehalten. Abrohom und seine Frau seien zurückgekehrt. Die Kinder jedoch nicht. Das entsprach auch den Erwartungen der Zuschauer. Kaum einer der jungen Besucher konnte sich ein Leben in der östlichen Türkei vorstellen. Wenn alle gleichzeitig gehen würden, gäbe es vielleicht eine Chance. Aber wer, etwa mit einem Hochschulabschluss, würde seine Möglichkeiten in Deutschland eintauschen?

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/pohlheim/12190254.htm

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12. Juli 2012 von in Artikel über Aramäer, Diaspora.

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