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Kostbarer aramäischer Bibeldruck online

Der erste Druck der syrischen Peschitta-Bibel entstand 1555 in Wien. Die Nationalbibliothek stellt nun eine digitalisierte Version online zur Verfügung.

Eine kostbare syrische Bibel aus dem 16. Jahrhundert – der erste Druck der sogenannten „Peschitta-Bibel“ – ist jetzt über den Katalog der österreichischen Nationalbibliothek online verfügbar. Der Bibeldruck entstand 1555 im Wien. Er basiert auf einer Übersetzung aus dem 5. Jahrhundert. Bis heute ist der syrische Text der Bibel in der syrisch-orthodoxen Kirche sowie in der Apostolischen Kirche des Ostens in Gebrauch.

Bibelübersetzung in Österreich

Wie und warum der erste Druck der syrischen Bibelübersetzung gerade in Österreich erfolgte, erläutert der an der Universität Salzburg lehrende Kirchenhistoriker Aho Shemunkasho. So geht der Bibeldruck auf die Zusammenarbeit zwischen dem syrisch-orthodoxen Mönch Moses von Mardin und dem aus Schwaben stammenden Diplomaten und Gelehrten Johann Albert Widmannstad zurück.

Die beiden lernten sich zunächst in Rom kennen. Widmannstad galt als äußerst sprachbegabter Theologe und Jurist, der als einer der ersten Europäer überhaupt die aramäische Sprache erlernte. Schließlich erarbeiteten sie in Wien das – nun digitalisiert vorliegende – Evangeliar. Entsprechend heißt es im Anschluss an den Evangelientext auf Syrisch, dass die Bibelvorlage für den Druck „in Wien“ zur Zeit des „Ferdinandus, des römischen Königs“ entstand. Abgeschlossen wurden die Arbeiten am 10. August 1554. Der Druck erfolgte einige Monate später.

Tagung in Mardin über syrisches Christentum

Zuletzt hatte die ökumenische Stiftung „Pro Oriente“ gemeinsam mit der türkischen Artuklu-Universität in Mardin im Tur Abdin eine Tagung über die Bedeutung der altsyrischen Christen für den christlich-muslimischen Dialog veranstaltet. Dabei hatte Shemunkasho die Entstehungsgeschichte des Wiener Drucks der „Peschitta-Bibel“ skizziert. Die Tagung stellte laut „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte einen „Meilenstein auf dem Weg zu einem gleichberechtigten Miteinander der Religionen und Kulturen in der Region von Mardin“ dar.

Mardin war seit frühchristlicher Zeit einer der Brennpunkte des syrischen Christentums. Vor dem Völkermord an den christlichen Minderheiten in der Türkei 1915 waren nahezu 50 Prozent der Bewohner Mardins Christen – in absoluten Zahlen rund 25.000. Heute leben in der gesamten Region um Mardin inklusive dem angrenzenden Tur Abdin nicht mehr als 3.000 Christen.

Die digitalisierte Peschitta-Bibel ist im Internet unterhttp://data.onb.ac.at/dtl/2933415 abrufbar.

(red/KAP)


Die kostbare syrische „Peschitta-Bibel“ aus dem 16. Jahrhundert kann online über die Österreichische Nationalbibliothek angesehen werden.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. Juli 2012 von in Artikel über Aramäer, Kultur und Identität.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

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