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Christenmorde: Türkische Armeeabteilung unter Verdacht

Untersucht werden die Morde an drei protestantischen Christen, darunter der deutsche Missionar Geske, doch auch weitere Christenmorde könnten auf das Konto des Ex-Generals Tolon und seiner Abteilung gehen.


Istanbul (kath.net/KAP) Die türkische Staatsanwaltschaft macht eine Abteilung der Armee für die Morde an drei Christen im ostanatolischen Malatya 2007 verantwortlich. Hauptverdächtiger sei Ex-General Hursit Tolon, berichtet die englischsprachige Zeitung „Today’s Zaman“ (Montag) unter Berufung auf eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft in Malatya. Auch andere Morde an Christen sollen auf das Konto der Armeeabteilung gehen. Die drei protestantischen Christen, darunter der deutsche Missionar Tilmann Geske, waren im April 2007 von jungen Rechtsradikalen ermordet worden.

Den Angaben zufolge stieß die Staatsanwaltschaft in Malatya auf die 1993 von Tolon gegründete „Abteilung für Nationale Strategien und Operationen der Türkei“ (Tushad). Nach Angaben der Zeitung „Taraf“ sollen nicht nur die Morde von Malatya, sondern auch die Ermordungen des katholischen Priesters Andrea Santoro und des armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink auf das Konto von „Tushad“ gehen.

Während des noch laufenden Gerichtsverfahrens hätten sich Anhaltspunkte für eine größere Verschwörung ergeben, heißt es weiter. Die Staatsanwaltschaft gehe von engen Verbindungen zwischen „Tushad“, dem rechtsgerichteten Geheimbund „Ergenekon“ und dem inzwischen aufgelösten Militärgeheimdienst „Jitem“ aus. Ex-General Tolon sitzt wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in „Ergenekon“ in Untersuchungshaft. Den Vorwurf, in die Christenmorde von Malatya verwickelt gewesen zu sein, weist er zurück.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. Juli 2012 von in Völkermord - Christenverfolgung.

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