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Der Fall Rimsha Masih

Politik
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08. SEPTEMBER 2012

PAKISTANDer Fall Rimsha Masih

Rimsha Masih wird per Helikopter in Sicherheit gebracht. Foto: dpa

In Pakistan wurde eine junge Frau angeklagt, Koranseiten verbrannt zu haben. Der Vorwurf ist höchstwahrscheinlich fingiert. Nach drei Wochen Haft ist sie nun vorläufig frei. Ihr Leben aber ist zerstört.

Die wegen Gotteslästerung angeklagte junge pakistanische Christin Rimsha Masih ist unter Auflagen freigelassen worden. Nach gut drei Wochen Haft sei das Mädchen am Samstag per Hubschrauber zu ihrer Familie gebracht worden, teilte die Regierung in Islamabad mit. Das Verfahren gegen die Minderjährige, die möglicherweise geistig behindert ist, sorgt international für Kritik.
Rimsha sei an einen sicheren Ort gebracht worden, wo ihre Familie sie erwartet habe, sagte der Minister für nationale Harmonie, Paul Bhatti.

Zuvor hatten ihre Anwälte eine Garantie über eine Million Rupien (8100 Euro) hinterlegt. Diese für die meisten Pakistaner sehr hohe Summe würde fällig, wenn das Mädchen nicht zu ihrer Gerichtsverhandlung erscheinen würde. Rimshas Erscheinen garantierten zudem zwei Bürgen. Der Analphabetin wird Blasphemie vorgeworfen, weil sie ein Buch mit Koranversen verbrannt haben soll. Allerdings gehen Ermittler auch dem Verdacht der Vorlage gefälschter Beweise durch einen islamischen Geistlichen nach.

Der Skandal um Rimsha Masih

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Ein Gericht in der Hauptstadt Islamabad hatte am Freitag die Freilassung des am 16. August festgenommenen Mädchens gegen Kaution angeordnet. Vor einer Woche hatte die pakistanische Polizei den islamischen Geistlichen festgenommen, der das Verfahren ins Rollen brachte. Der Imam Hafiz Mohammed Khalid Chishti wird verdächtigt, gefälschte Beweisstücke vorgelegt zu haben. Mitarbeiter des Geistlichen sagten den Ermittlern, dass dieser selbst den von Rimsha verbrannten Papieren Seiten aus dem Koran hinzugefügt habe. Anders als in anderen Blasphemie-Fällen hatten muslimische Politiker, Kleriker oder Parteien keine Demonstrationen organisiert.

Das Alter der Christin aus einem ärmlichen Vorort Islamabads ist ebenso umstritten wie ihr geistiger Zustand. Die Staatsanwaltschaft widerspricht einem Gutachten, demzufolge das Mädchen 14 Jahre alt sein und einen niedrigen Intelligenzquotienten haben soll. Rimshas Verteidigung will, dass der Fall vor einem Jugendgericht verhandelt wird, wo eine mögliche Strafe milder ausfallen würde.

Gefahr besteht weiter

In Pakistan, wo 97 Prozent der Menschen Muslime sind, kann eine Beleidigung des Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden. Die Verbrennung von Koranversen ahndet das Blasphemiegesetz mit bis zu lebenslanger Haft.

Amnesty International warnte nach Rimshas Freilassung, Christen seien in Pakistan immer noch „ernsthaften Gefahren“ ausgesetzt. Menschenrechtsgruppen hatten die Inhaftierung von Rimsha kritisiert. Sie forderten eine Reform des Blasphemie-Gesetzes, da es zu oft für persönliche Fehden missbraucht werde. Auch der Vatikan und die USA sprachen der Christin ihre Unterstützung aus. (AFP)

http://www.fr-online.de/politik/pakistan-der-fall-rimsha-masih,1472596,17205700.html

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. September 2012 von in Völkermord - Christenverfolgung.

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