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Peter Scholl-Latour bringt Christenverfolgung aufs Tapet

Das Schmähvideo über Mohammed bestimmt zurzeit die Medien. Dass nahezu jeder Politiker das Thema aufgreift und diskutiert, bezeichnet Peter Scholl-Latour als Heuchelei. In der Talkshow «Münchner Runde» im Bayerischen Fernsehen beklagte der Islamexperte, dass sich alles um das Video drehe, aber über Christenverfolgung und Unterdrückung im Orient kein Mensch spreche. 

 

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PETER SCHOLL-LATOUR

«Daran wird die Heuchelei des Westens sichtbar», erklärt Scholl-Latour. Schon die Tageszeitung «Die Welt» beklagte eine verkehrte Welt in den Medien und der Politik. Unzählige Talkshows griffen dieses Thema auf, um immer gleich bleibende Ergebnisse wiederzukäuen. Fast jeder Politiker fühle sich berufen, seine Entrüstung in der Öffentlichkeit kundzutun. Doch von der Verfolgung und Unterdrückung von Christen und anderen Minderheiten im islamisch geprägten Orient sei keine Rede. 

Die «Münchner Runde» im Bayerischen Fernsehen diskutierte über die Frage: «Soll man die Aufführung des Videos verbieten?» Gäste waren der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Lamya Kaddor, die Vorsitzende des Liberal-islamischen Bundes, und eben Peter Scholl-Latour. Er selbst würde die Verbreitung des «idiotischen Videos» untersagen. Es sei eine «Schweinerei» und die Macher eine «kleine Gruppe von Idioten, die sich wichtig machen will».

Weiter forderte er: «Wenn Salafisten gewalttätig werden: Draufhauen!» Ein einfaches Verbot reiche nicht, stattdessen forderte er: «Dort, wo es um wichtige Dinge geht, sollten wir gegenüber dem Islam Stellung beziehen, hart Stellung beziehen.» Scholl-Latour wies noch auf einen anderen Aspekt hin: «Es geht nicht, dass die Christen im Orient verfolgt und unterdrückt werden.» Während gegen das Video geschlossen protestiert werde, schweige man, wenn Christen in islamisch-geprägten Ländern bedroht werden.

Saudi-Arabien: Ein abschreckendes Beispiel

Das deutlichste Beispiel für die Heuchelei Deutschlands sei Saudi-Arabien, erklärte Scholl-Latour: «Es geht nicht, dass in Saudi-Arabien keine Messe abgehalten werden darf und Geistliche wie Sklaven behandelt werden.» Juden und Christen werden in Saudi-Arabien verfolgt, ein Kreuz oder eine Bibel zu besitzen stehe unter Strafe, und der islamische Staat sei eine wichtige Quelle des Salafismus. «Die islamische Republik Iran ist extrem tolerant gegenüber Saudi-Arabien», betonte der Nahostexperte.

Weil Saudi-Arabien ein wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland sei, bleiben alle ruhig. Dadurch werde die Heuchelei des Westens sichtbar, erklärte Scholl-Latour. «Ich habe niemals von einem verantwortlichen Politiker ein Wort gehört, dass man die dortigen Christen auch schützen sollte, weil das immerhin unsere Glaubensbrüder sind.» Man solle sich nicht bei einem Aufführungsverbot wegducken, auf der anderen Seite aber auch seine Stimme erheben, wenn christliche Würde in arabischen Ländern verletzt werde.

Einseitig, naiv, heuchlerisch

Einseitigkeit, Naivität und Heuchelei wirft Scholl-Latour dem Westen schon lange vor. Saudi-Arabien sei dafür nicht das einzige Beispiel: In Bahrain verschliesse man die Augen, wenn Minderheiten unterdrückt werden. Christen, die im Irak interessanterweise unter Hussein geschützt gewesen seien, müssten nun die Flucht antreten. In Syrien freue man sich, dass die Regierung gestürzt werde, und vergesse, dass die Alternative auch nicht besser sei: Salafisten und radikale Moslembrüder.

Datum: 28.09.2012
Quelle: Christliches Medienmagazin pro
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21. Oktober 2012 von in News aus aller Welt, Völkermord - Christenverfolgung.

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