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Judenhass hat türkischen Schulunterricht erreicht

Antisemitismus

Auch im demokratischen und toleranten Izmir wird die Stimmung gegen Israel immer feindlicher. Dass nun sogar Lehrer ihre Schüler weiter zum Hass anstacheln ist erschreckend. Wo führt das noch hin? Von Ege Berk Korkut


Schüler in der Türkei: Im Religionsunterricht kocht die Feindseligkeit gegenüber Israel und den Juden hoch

Foto: picture alliance / dpaSchüler in der Türkei: Im Religionsunterricht kocht die Feindseligkeit gegenüber Israel und den Juden hoch

Judenhass ist in der Türkei ein Alltagsphänomen geworden. Obwohl ich in Izmir, der demokratischsten Stadt der Türkei, wohne, wächst auch hier der Antisemitismus. Überall treffe ich auf Judenhasser und Feinde Israels, lausche ihren Vorurteilen auf der täglichen Busfahrt oder beim Besuch eines populären Fast-Food-Restaurants.

Nicht wenige von ihnen bewundern Hitler, wünschen sich, er hätte seine „Mission“ zu Ende gebracht und nicht bei sechs Millionen ermordeter Juden aufgehört. Obwohl es mich anwidert, kann ich nichts dagegen unternehmen. Ich gehöre zu einer Minderheit in diesem Land und weiß, dass der Staat meine Rechte nicht schützen will und nicht schützen wird, weshalb es keine gute Idee wäre, darauf zu reagieren.

Ich besuche die zwölfte Klasse eines Gymnasiums. Um hier zu lernen, muss man eine Eintrittsprüfung bestehen. Die Lehrer sind deshalb ausgesprochen gebildet und anständig. Dieses Umfeld hebt sich von der türkischen Gesellschaft positiv ab. Dennoch musste ich diese Woche feststellen, dass sich selbst in diesem Umfeld etwas verändert hat.

Hetze im Religionsunterricht

 

In der Türkei muss jeder Schüler, egal ob Muslim oder andersgläubig, den islamischen Religionsunterricht besuchen. Um die Versetzung zu schaffen, muss dieser Kurs erfolgreich bestanden werden. Während einer Schulstunde begann nun der Religionslehrer, über die Operation „Wolkenbruch“ im Gazastreifen zu sprechen.

Einige Schüler fingen an, über Israel zu schimpfen. Sie wurden immer gewalttätiger, und der Lehrer, ein Beamter des türkischen Staates, meinte: „Macht euch keine Sorgen, Israel wird eines Tages zerstört werden, und dieser Tag ist nahe. Alle Juden werden dafür bezahlen!“ Nachdem der Lehrer die Schüler so aufgehetzt hatte, begannen einige Schüler, Hitler zu loben, während andere ihrer Bereitschaft Ausdruck verliehen, die Israelis ins Meer zu treiben.

Ich war überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass ein Lehrer, ein türkischer Staatsbeamter, Schüler dazu anstacheln würde, Menschen zu töten, nur weil sie anders sind, noch dazu in Izmir, wo die Leute für ihre Toleranz bekannt sind.

Es wird jeden Tag schlimmer

 

Judenhass und der sich verbreitende Einfluss der Scharia haben die laizistische Gesellschaft selbst in den modernsten Gegenden der Türkei derart verändert, dass es nicht länger möglich ist, dies zu ignorieren, zumindest als Jude.

Ich habe keine Hoffnung, dass sich die Situation in Zukunft verbessern wird. Im Gegenteil, es wird jeden Tag schlimmer. Dies kommt nicht überraschend. Voreingenommene Medien und Politiker verbreiten diese manipulative Rhetorik, und die Schulbücher, die vom türkischen Staat herausgegeben werden, triefen vor Judenhass.

In einem Staat, wo die Kinder zum Hass erzogen werden, kann wahre Achtung für Vielfalt nicht gedeihen, die das Fundament jeder freien Gesellschaft darstellt. Während die säkulare Gesellschaft kollabiert, wächst die Macht der Islamisten jeden Tag weiter. Ich bin deshalb nicht pessimistisch, sondern realistisch, wenn ich sage, dass die Zukunft der Türkei nicht rosig aussieht.

Der Autor ist 18 Jahre alt und schreibt den Blog egeberkkorkut.com.Seine Twitter-Posts wurden von fast 3000 Lesern abonniert. Übersetzung aus dem Englischen: Daniel Rickenbacher

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112151074/Judenhass-hat-tuerkischen-Schulunterricht-erreicht.html

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20. Dezember 2012 von in Exstremismus/Terrorismus, News aus aller Welt.

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