ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Wie Islamisten den Teufel entdecken

Fritz Schaap hat in Alexandria eine Islamistenschule besucht. Was er dort zu hören bekam, hat er aufgezeichnet. Hass, Dummheit und Rassismus sind die Säulen des dort vermittelten Wissens. Von Marion Lühe


Islamistische Kämpfer aus Niger auf ihrem Weg zu neuen Aktionen in Mali, wo sich al-Qaida mehr und mehr festsetzt

Foto: REUTERSIslamistische Kämpfer aus Niger auf ihrem Weg zu neuen Aktionen in Mali, wo sich al-Qaida mehr und mehr festsetzt

Wenn Journalisten über westliche islamistische Terroristen berichten, beschränken sie sich meist auf Auskünfte aus deren näherem Umfeld. Die Terroristen selbst können sie nicht mehr befragen, sie sind tot oder sitzen im Gefängnis. Fritz Schaap wollte genauer wissen, was junge Männer dazu treibt, zum Islam zu konvertieren und sich als Dschihad-Kämpfer ausbilden zu lassen.

Vier Wochen verbrachte der Hamburger Journalist undercover in einer Islamistenschule im ägyptischen Alexandria. Auf der von Salafisten, also von Anhängern einer fundamentalistischen Strömung des Islams, geleiteten Schule lernen junge Amerikaner, Russen und auch Deutsche die arabische Sprache und lesen den Koran.

Drogen und Alkohol

 

Während seines kurzen Aufenthaltes in dieser islamistischen Ausbildungsstätte gewinnt Fritz Schaap tiefe Einblicke in die Welt der jungen Konvertiten. Sie ist beherrscht vom Hass auf Israel, von Zivilisationsmüdigkeit und dem Gefühl der Sinnlosigkeit des eigenen Lebens. Die kaum der Pubertät entwachsenen Jungs, die in ihrem früheren Leben oft Erfahrungen mit Drogen und Alkohol gemacht haben, suchen im Islam zunächst vor allem Halt und Gemeinschaft.

Wie etwa der in Texas aufgewachsene Saif, ein lebensfroher Junge mit Hautproblemen und Übergewicht, der sich ausschließlich von Fastfood ernährt. Wenn er nicht gerade im Koran liest oder betet, sitzt er mit Pommes Frites und Riesenburger vor dem Fernseher und sieht ägyptische Ratgebersendungen, in denen Fragen zum Alltag der Muslime beantwortet werden – ob man singen darf, ob Frauen alkoholhaltiges Parfüm tragen dürfen und ähnliches mehr.

Die Speisen des Paradies

 

Früher, als Hip-Hop-Fan, setzte er sich über alle Regeln und Verbote hinweg, heute braust er auf, als er den Linkshänder Schaap einmal mit der linken Hand essen sieht: „Nur der Satan isst mit links!“ Erstaunlich ist der vollkommen unreflektierte Glaube, den der College-Absolvent an den Tag legt. Seine Vorstellungen vom Paradies wirken fast rührend: „Du wirst dort ohne Krankheit, ohne Schmerzen, ohne Trauer leben und immer glücklich sein. Stell dir vor, was es dort an Essen geben muss, wenn alles so viel besser ist als hier auf Erden.“ Seine Ausführungen des komplizierten islamischen Belohnungssystems, in dem schlechte Taten durch gute wieder gelöscht werden, beendet er mit seinem Lieblingssatz: „Wie cool ist das denn?“.

Immer wieder ist der erklärte Agnostiker Schaap überrascht von der Naivität seiner Mitschüler, die für bare Münze nehmen, was die Lehrer sagen und was in Büchern steht. Abstruse Theorien über Berge als Stabilisatoren der Erdkruste werden ebenso wenig hinterfragt wie angebliche Analogien zwischen Embryo und Blutegel. Die moderne Wissenschaft bestätigt, was Mohammad schon vor 1400 Jahren wusste.

Mädchen sind satanisch

 

Angewidert zeigen sich Schaaps Mitstudenten von den Cafés, den Pärchen auf der Straße und Mädchen in Röcken und ohne Kopftuch, das ja nur ihrem eigenen Schutz diene. Wenn Frauen unverschleiert durch die Straßen liefen, provozierten sie das Interesse der Männer und forderten Vergewaltigung heraus. Musik und Filme, Zigaretten und außerehelicher Sex – alles Satanszeug, das von Gott ablenkt.

Das sei der schädliche Einfluss des Westens, dem durch die Wiedereinführung der Scharia Einhalt geboten werden müsse, notfalls auch mit der Waffe. Bemerkenswert ist das hohe Ansehen, das ein säkularer Staat wie Deutschland selbst unter fundamental Gläubigen genießt. Ein gutes Land, ein starkes Land, darin sind sich alle einig. Adolf Hitler war ein starker Mann, er hat mit dem ganzen Dreck aufgeräumt.

Frust und Naivität

 

In unaufgeregtem, bisweilen ironisch gefärbten Ton beschreibt der 1981 geborene Islamwissenschaftler das explosive Gemisch aus Frust und Naivität, aus spiritueller Sinnsuche und jugendlichem Auflehnungsbedürfnis, das die jungen Männer antreibt. Fritz Schaap beobachtet sie, lässt sie ausführlich erzählen und verzichtet auf weitschweifige Erklärungen.

Seine Reportage verschafft uns Zugang zu der skurrilen Gedankenwelt von Islamisten, ohne Verständnis zu heucheln. Sie zeigt die Banalität des Radikalen, ohne es zu verharmlosen. Schlimm nur, dass wir uns noch Jahre damit beschäftigen werden müssen. Die Bedrohung des Westens durch den radikalen Islam gehört keineswegs der Vergangenheit an. Leider.


Ein pakistanische Junge lernt in einer Madrassa in Islamabad Verse aus dem Koran auswendig

Foto: dapdEin pakistanische Junge lernt in einer Madrassa in Islamabad Verse aus dem Koran auswendig

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28. Dezember 2012 von in Exstremismus/Terrorismus, News aus aller Welt.

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