ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Dorn im Auge der Islamisten

Wer wie diese Christen in Pakistan offen seinen Glauben lebt, muss in dem islamisch geprägten Land mit Diskriminierung oder offener Bedrohung rechnen.

MANNHEIM. Es geschieht mitten im Gottesdienst. Die Türen einer Kirche im Norden Nigerias fliegen auf, bewaffnete Männer stürmen den Raum und schießen in die Menge. Wen die Schüsse treffen, ist ihnen gleichgültig, Hauptsache es ist ein Christ. Am Ende sind sechs Menschen tot. Blutige Angriffe wie dieser am 25. Dezember 2012 geschehen in Nigeria immer wieder. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram versucht so, die Christen aus dem Land zu vertreiben. Den Verfolgten bleibt nur ein Ausleben ihres Glaubens im Untergrund – wie vielen andere Leidensgenossen in über 50 Ländern.

Nicht nur Christen ziehen dort, wo sie in der Minderheit sind, Hass auf sich. Auch andere religiöse Gruppen, wie etwa die aus dem schiitischen Islam entstandenen Bahai oder die Aleviten sind betroffen. „Mit etwa 100 Millionen sind Christen die mit Abstand größte verfolgte Religionsgemeinschaft der Welt“, betont aber Markus Rode, Leiter des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors.

Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, relativiert das: Christen seien schließlich auch mit Abstand die größte Religionsgemeinschaft der Welt. Anders als Open Doors sehen die Menschenrechtsschützer nicht schon Diskriminierung als Teil von Christenverfolgung an. „Verfolgung ist, wenn Leib und Leben oder die Freiheit bedroht sind“, sagt Grenz, macht aber gleichzeitig klar: „Freiheit von Diskriminierung ist auch ein Menschenrecht.“

POLITIK UND KIRCHE

  • Der Schutz verfolgter Christen sei „wichtiger Teil deutscher Außenpolitik“, sagte Kanzlerin Angela Merkel jüngst.
  • Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, rief islamische Staaten zu Religionsfreiheit und einer „Kultur echter Toleranz gegenüber Christen“ auf.
  • Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder kritisierte vor Weihnachten die Benachteiligung von Christen in vielen Ländern. dpa/mie

Doch trotz aller Uneinigkeiten bei der Definition: Im Kampf gegen Christenverfolgung sind sich Menschenrechtsschützer und christliche Organisationen einig. Sie alle berufen sich auf Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde: das Recht auf Religionsfreiheit. Hilfe leisten die Organisationen vor allem, indem sie auf Christenverfolgung aufmerksam machen. Open Doors gibt dazu halbjährlich einen Weltverfolgungsindex heraus. Erstellt wird diese Liste von Staaten, in denen Christen verfolgt werden, mit Blick auf Berichte über Anschläge, die Aussagen der Mitarbeiter vor Ort und die grundsätzliche Verankerung von Religionsfreiheit in den jeweiligen Verfassungen. Auf dem aktuellen Index steht Nordkorea ganz oben, gefolgt von Afghanistan, Saudi-Arabien und Somalia.

Vielfältige Bedrohung

Auch wenn die Reihenfolge mangels sicherer Zahlen wenig aussagekräftig ist, zeigt der Index doch immerhin, dass Christen nicht nur in 37 islamisch geprägten Ländern, sondern auch in 13 Staaten mit anderer Hauptreligion verfolgt werden. „Sie sind auch ein Dorn im Auge von Diktatoren, Kriminellen und Sekten“, sagt Rode. Der Open-Doors-Leiter berichtet von der kolumbianischen Drogenmafia, die Priester tötet, von Sekten auf den Philippinen, die keine Christen dulden und von Arbeitslagern voller Gläubiger in Nordkorea, wo Machthaber Kim Jong Un als Gott verehrt wird.

Doch seit dem arabischen Frühling rücken vor allem in Ägypten verstärkt die Angriffe von Islamisten auf Christen in den Blick der Beobachter. „Das Klima hat sich für die Christen in Ägypten dramatisch verschärft“, sagt Rode. Das bestätigt auch Wolfgang Grenz. Rode berichtet von christlichen Gemeinden, die aus Orten vertrieben oder von Christinnen, die aus Bussen geworfen werden. Wie viele andere islamische Staaten hat auch Ägypten ein Blasphemiegesetz, das den Islam vor Kritik schützen soll. In Pakistan führt das zu Festnahmen und Folterungen von Christen. Laut Einschätzung von Open Doors kommen islamistische Nachbarn dem Staat dabei oft in vorauseilendem Gehorsam zuvor.

Den Vorwurf, die Christen würden durch Missionieren den Zorn anderer Religionen auf sich ziehen, lässt Rode nicht gelten. Es handele sich um ein Missverständnis: „Christen haben den Auftrag, ihren Glauben zu bezeugen. Das ist im Islam oder in einer Diktatur lebensgefährlich.“ Amnesty International will das ändern. „Wir müssen gegen den Hass, der gegen Minderheiten aufgebaut wird, vorgehen“, sagt Grenz. Anfangen sollten seiner Meinung nach damit die Europäer. Im Blick hat Grenz dabei die Diskriminierung von Muslimen, wie durch das Minarettverbot in der Schweiz oder Kopftuchdiskussionen in Belgien. „Die Kirchen sollten deutlicher sagen, dass sie das ablehnen. Das wäre für ihre Glaubwürdigkeit im Kampf für Glaubensfreiheit gut.“

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 08.01.2013

http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/dorn-im-auge-der-islamisten-1.863710

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. Januar 2013 von in Völkermord - Christenverfolgung.

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