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Zur Einladung genötigt – Türkei lädt vertriebene Aramäer und Griechen zur Rückkehr ein

Am 4. April hat die Türkei im Zuge der Angleichung ihrer Gesetzte an die EU-Vorgaben erstmals in ihrer Geschichte ein Gesetz zum Asylrecht verabschiedet, in dem auch der Status von Ausländern gesetzlich geregelt ist. Schon im Vorfeld dieses Gesetzes hatte die Türkei einzelne Initiativen ergriffen, um ehemalige christliche Bürger ihres Landes einzuladen, in die Türkei zurück-zukehren.
Als erstes wurden diejenigen eingeladen, die als letzte gegangen waren. Dies waren die Aramäer aus dem Tur Abdin in der Südosttürkei, die seit 1980 infolge des türkisch-kurdischen Bürgerkrieges in dieser Region ihre jahrhundertealte Heimat verlassen haben. Präsident Abdullah Gül und der stellvertretende Premierminister Bulent Arinc fuhren seit 2010 regelmäßig extra nach Deutschland und Schweden, um die die dort lebenden Aramäer aus dem Tur Abdin zur Rückkehr zu bewegen. Nur ein Dutzend Familien sind diesem Aufruf gefolgt und haben seit 2010 einige entleerte Dörfer in der „Berg der Gottesknechte“ genannten Region um das Kloster Mor Gabriel wieder besiedelt.
Von einer Massenmigration kann daher kaum die Rede sein. Zudem war die Türkei den Rückkehrwilligen kaum behilflich. Im Gegenteil. Durch die Teilenteignung des Klosters Mor Gabriel durch ein türkisches Gericht mit Hilfe des Staates hat man viele noch rückkehrwillige Aramäer endgültig abgeschreckt.
Neuen Auftrieb könnte das Projekt allerdings erhalten, wenn es wirklich zu einem Friedensschluss zwischen der PKK und der Regierung Erdogan kommen sollte.  Auch der Bürgerkrieg in Syrien, der bereits viele syrische Flüchtlinge in die Türkei gebracht hat, könnte sich auswirken, denn es gibt Anzeichen dafür, dass der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche seinen Amtssitz, der sich seit 1923 in Damaskus befindet, wieder in die Türkei zurückverlegt. Dies würde dann viele Aramäer aus Syrien, allerdings nicht aus Europa, dazu verleiten, ihm zu folgen. Das neue Asylgesetz hat die gesetzliche Grundlage dazu geschaffen.
Die zweite Gruppe ehemaliger Türkeibewohner, die eingeladen wurde, zurückzukehren, waren die Istanbulgriechen, die infolge der „Istanbuler Kristallnacht“ vom September 1955 die Türkei verlassen hatten. Dieser Pogrom gegen die letzten Griechen der ehemaligen Landeshauptstadt war damals vom türkischen Ministerpräsidenten Adnan Menderes und der Presse wegen einer angeblichen Schändung des Geburtshauses von Kemal Atatürk in Thessaloniki angestachelt worden. Ohne dass die Polizei einschritt, wurden damals massenhaft griechische, armenische und jüdische Geschäfte geplündert. 38 Kirchen wurden vollständig zerstört, viele weitere geplündert und beschädigt, ganze Friedhöfe entweiht und viele griechische Schulen verwüstet. 1964 wurden schließlich die letzten 100000 Griechen des Landes verwiesen. Von den heutigen 14 Millionen Einwohnern Istanbuls sind nur noch 2500 Griechen. Doch die Wirtschaftskrise in Griechenland trägt zur Abwanderung vieler Helenen Richtung Türkei bei, denn die türkische Wirtschaft boomt.
Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Patriarch Bartholomäus I., das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, unterstützt das Angebot des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Recep Erdogan zur Rückkehr der Griechen nach Istanbul. Allerdings verlangt er auch Garantien und die Rückgabe des enteigneten Grundeigentums und der Immobilien. Diese Garantien und die Rückgabe ihres Besitzes seien wichtig, weil die Nachkommen der Istanbulgriechen heute kaum noch Türkisch sprechen und sich bei ihrer Rück-kehr eine neue Existenz aufbauen müssten, erklärte Bartholomäus.
Der Patriarch nutzte die öffentliche Diskussion um das Rückkehrangebot auch, um eine Stellungnahme zu der im türkischen Parlament gestellten Petition für eine Wiedereröffnung der Hagia Sophia als muslimischer Gebetsstätte abzugeben. Er sagte: „Die Hagia Sophia war Tausend Jahre bereits eine Kirche bevor die Türken im 15. Jahrhundert Konstantinopel eroberten. Wenn sie als Gebetsstätte wiedereröffnet werden sollte, sollten auch die Christen dort einen Platz haben zum Beten.“
Kurz vor der Verabschiedung des neuen Ausländergesetzes wurde Ende März auf der Insel Imbros, die auf Türkisch Gökceada heißt, eine vor 50 Jahren geschlossene griechische Schule wieder eröffnet, sozusagen als Zeichen des guten Willens. Nach der Vertreibung der griechischen Bewohner im Rahmen der Zypernkrisen der 1960er und 1970er Jahre blüht auf den Inseln nur noch der Friedhof-Tourismus. Viele der griechischen Dörfer auf den Inseln sind leer geblieben. Bodo Bost

Quelle: http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/zur-einladung-genoetigt.html

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. April 2013 von in Artikel über Aramäer.

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