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Kloster Mor Gabriel: Rücknahme von Landenteignung lässt auf sich warten

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Dienstag, 04. Februar 2014
Bundesverband der Aramäer in Deutschland fordert Erdogan auf seiner Ankündigung endlich Taten folgen zu lassen
 
Heidelberg/Berlin, 03.02.2014 – Der türkische Ministerpräsident Erdogan stellte am 30.09.2013 ein Gesetzespaket mit etlichen Maßnahmen zur Demokratisierung von Staat und Gesellschaft vor. Erdogan kündigte neben der Rücknahme von einzelnen diskriminierenden Gesetzen auch die Rückgabe des von der Enteignung bedrohten Grundbesitzes des Klosters Mor Gabriel im Turabdin an – eine zentrale Forderung der Aramäer in und außerhalb der Türkei.
Erdogan kündigte an, die drohende Landenteignung des 1600 Jahre alten Klosters Mor Gabriel zurücknehmen zu wollen:„Mit der Rückgabe wollen wir ein Unrecht beseitigen und unseren aramäischen Mitbürgern ein wichtiges Anrecht zurück geben.“
Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, stellt nach einer gestrigen Rücksprache mit dem Kloster Mor Gabriel fest: „Unsere damalige Zurückhaltung im Hinblick auf das sogenannte `Demokratiepaket` hat sich bestätigt – es ist bis heute nichts geschehen. Die Klosterleitung und die aramäische Gemeinschaft weltweit warten weiter auf die Umsetzung dieser konkreten Maßnahme. Wir fordern die Rückgabe sämtlicher enteigneter Klosterländereien.“ Außerdem müssen die Enteignungsprozesse gegenüber anderen Kirchen und Klöstern der aramäischen Gemeinschaft im Südosten der Türkei gestoppt werden, erklärt der Bundesvorsitzende Daniyel Demir weiter.
Bis heute sind die Aramäer in der Türkei als Minderheit nicht anerkannt und können daher ihre Rechte, wie das elementare Menschenrecht auf Religionsfreiheit, nicht entsprechend ausüben. So ist der Bau oder Erhalt von Kirchengebäuden mit massiven Schwierigkeiten und Hindernissen verbunden, die Ausbildung des Priesternachwuchses oder aber auch der Unterricht der aramäischen Sprache, der Sprache Jesu, bis dato verboten. Die Lage der aramäischen Minderheit ist von erheblicher Rechtsunsicherheit und Willkür der örtlichen Behörden geprägt. Ein dahingehender Anspruch, basierend auf einer Rechtsgrundlage, besteht für die Aramäer nicht.
 
„Wenn die türkische Regierung hinsichtlich ihrer Minderheitenpolitik tatsächlich und glaubwürdig eine Kehrtwende einleiten will, so ist eine neue Verfassung, in der auch die offizielle Anerkennung der Aramäer als Minderheit im Sinne des Lausanner Vertrages verankert ist, zwingend erforderlich.“, so der Bundesvorsitzende.
Das Kloster Mor Gabriel wurde im Jahre 397 n.Chr. gegründet und ist somit eines der ältesten Klöster der Christenheit überhaupt. Es sieht sich seit 2008 einer Flut von Gerichtsverfahren ausgesetzt, die es in seiner Existenz bedrohen, obwohl Steuerunterlagen und Besitzurkunden aus ottomanischen Zeit wie auch nach Gründung der Republik Türkei das Eigentum unstreitig belegen. Das Kloster im Südosten der Türkei ist das religiös-kulturelle Zentrum der aramäischen Minderheit, die seit dem zweiten Jahrtausend v.Chr. im Turabdin beheimatet ist.
Mehr zu den Hintergründen und der Situation der Aramäer in der Türkei:
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. Februar 2014 von in Arbeitskreis JAU, Artikel über Aramäer, Junge Aramäische Union.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

Yes, You Can Say ‘Genocide,’ Mr. Prim Minister Erdogan!

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