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Gurdjieff Augenzeuge des Armenisch-aramäischen Holocaust

https://i1.wp.com/anthroblog.anthroweb.info/wp-content/uploads/2013/03/Gurdjieff.jpg Vor 65 Jahren starb ein Pionier der Orientalistik und Esoterik-Bewegung

Der Armenier Georg Iwanowitsch Gurdjieff (1866-1949), Philosoph, Mystiker, Kabbalist, Weltenbummler und Entdecker des Enneagramms, gehört zusammen mit Rudolf Steiner und Madame Blavatsky zu den herausragenden Persönlichkeiten der Esoterischen Bewegung. Dieses Jahr jährt sich sein 65.Todestag. Besonders die Armenier aber auch die Aramäer/Assyrer auf deren Spuren der rührige Orientalist wandelte, haben Grund sich seiner dankbar zu erinnern.

Mit dem sinnentleerten, modernen kommerziellen Aberglauben heutiger Esoteriker und ihrem Supermarkt an Lifesstyle-Produkten haben Gurdjieffs Lehren wenig gemein. Er hat aus seinen christlichen Wurzeln nie einen Hehl gemacht, sondern sie stets als Erbe uralter antiker Weisheitslehren verstanden. Er hat viele der inzwischen von Islamisten ausgerotteten Sekten,  Weisheitsschulen, Bruderschaften, darunter auch muslimischer Herkunft, wie etwa Derwische und Sufis, besucht und erforscht. Seine Expeditionen führten ihn zu abgelegnen Klöstern orientalischer Kirchen, zu den letzen Essenern, Täufern, Yeziden und weiter nach Zentralasien mitten hinein in die Welt des Buddhismus.

Sein autobiografisches Buch „Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen“ ist eine wehmütige Erinnerung an einen bunten, geheimnisvollen Orient, in dem sich orthodoxes Christentum, Nestorianer, Judentum, Buddhismus, Avesta, Aleviten, Manichäer und sogar noch Reste Babylonischer assyrischer Einflüsse berührten, eine wahrhaft multikulturelle Welt,  die inzwischen dank dekadenter westlicher Industrienationen und ihren halbgebildeten, nihilistischen, atheistischen Eliten weitgehend einer sunitischen Monokultur geopfert wurde.

Das 1920 im französischen Exil entstandene Werk, das nie von deutschen Mainstream-Verlagen wie Fischer, Suhrkamp, Rowohlt, Herder usw. aufgelegt wurde, hat auch innerhalb esoterischer Kreise keinen Bestellerstatus erworben. Selbst der Aurum Verlag hat diesen Klassiker nicht mehr im Angebot. Gurdjieff ist in Vergessenheit geraten. Das war nicht immer so.

1977 verfilmte kein geringerer als der berühmte englische Theaterregisseur  Peter Brook  das Leben des Meisters. Die Ausstrahlung und das Wissen dieses Mannes zogen Persönlichkeiten wie den berühmten Schriftsteller Aldous Huxley, den Philosophen J. G. Bennett und Gründer der New-Age Bewegung A.R. Orage in ihren Bann. Scharlatane wie den Satanisten Alaster Crowley, der eines seiner Kinder nach dem Völkermörder Atatürk benannte,  hingegen wies der Meister die Tür.

„Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen“  ist nicht nur das Dokument eines Wahrheitssuchenden, sondern auch ein interessantes, ja erschütterndes Zeitdokument. Es beschreibt einen Orient, den es heute nicht mehr gibt  und dessen Untergang sich bereits zur Gurdjieffs Forschungsreise  abzeichnete, als die imperialen Weltmächte ihren unheilvollen Einfluss auf den Nahen Osten ausweiteten und Volksgruppen, die Jahrhunderte in Frieden gelebt hatten untereinander ausspielten. Eine Entwicklung, die heute noch nicht zum Abschluss gekommen ist, sondern wie ein Schwelbrand  weiter glimmt und dabei alles vernichtet was dem toleranten und weltoffenen Humanisten  lieb und teuer war. Vor allem das orientalische Christentum, die Wiege abendländischer Kultur.  Auch der Holocaust an den Armeniern wird im Buch thematisiert. Plündernde türkische Soldateska ermordeten 1916 seinen Vater, einen 82 jährigen Greis. An einer anderen Stelle beschreibt Gurdjieff die Massenmorde an den Aramäern – er nennt sie hier „Assyrer“ bzw. „Aissoren“.

 

„ Die Aissoren litten sehr im letzten Krieg, in welchem sie zu einem Spielball in den Händen Englands und Russlands geworden waren, so das die Hälfte von ihnen durch die Rache der Kurden und Perser umkamen…“      

Für alle, die „Interreligiöse Dialoge“ mit Unterwerfungs-Masochismus verwechseln und Toleranz mit Intoleranz-Verständnis, ist „Begegnung mit bemerkenswerten Menschen“ eine heilsame Lektüre. Gurdjieff  ist nicht um sonst aus unseren Bücherregalen verschwunden.

Ich lese dieses Buch nach über 30 Jahren das zweite mal. Es ist ein Werk, das man mit dem Herzen lesen muss, denn wie sagte schon der Französische Schriftsteller Exupery „nur mit dem Herzen sieht man gut“.

Klaus Lelek

www.taunuswolf.tumblr.com

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. März 2014 von in Artikel über Aramäer, Völkermord - Christenverfolgung.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

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