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Tragische Passion Tell Halaf – Aramäer-Fürsten des ersten Jahrtausends vor Christus

Max von Oppenheim war Abenteurer und Archäologe. Die Bonner Bundeskunsthalle widmet ihm eine Ausstellung

Hätten die liebevollen Eltern des kleinen Max gewusst, welchen Eindruck die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht bei ihrem Sohn hinterlassen sollten, sie hätten ihm wohl ein anderes Buch unter den Weihnachtsbaum gelegt. In seinen unveröffentlichten Memoiren beschreibt Max von Oppenheim noch Jahrzehnte später, wie die Lektüre seinen Lebensweg geprägt habe. Jene früh geweckte Orient-Faszination überdauerte selbst das von den Eltern verordnete Jurastudium mitsamt Promotion. Und obwohl der Vater die Neigung des Sohnes als „tragische Passion“ beschrieb, war er doch dazu bereit, dessen orientalische Abenteuer zu subventionieren. Anders hätte Max kaum eine so exquisite Orientalika-Kollektion zusammentragen können.

Rund 70 Utensilien des orientalischen Luxuslebens aus Oppenheims Fundus hat das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum nach Bonn geschickt, in die Bundeskunsthalle. Dort bilden sie den Auftakt einer großen Ausstellung über den Kölner Bankierssohn, Orient-Spezialisten und Hobbyarchäologen, der vor hundert Jahren auf dem Tell Halaf im Nordosten des heutigen Syrien die Überreste der biblischen Stadt Guzana entdeckte. Und ein abenteuerliches Leben führte. Oppenheim war Forscher, Diplomat, und Kulturmanager. Er gründete Museen, erntete höchste Anerkennung in Fachkreisen und verbrachte seinen Lebensabend zwar ruiniert, aber keineswegs resigniert in der bayerischen Provinz.

Viel Stoff für eine Ausstellung, die die weit verzweigten Erzählstränge zu vereinen versteht. Und bei aller Dramatik doch recht beschaulich startet – in einem Szenario wie aus dem Märchen. Man darf sich zurückversetzt fühlen in jene Villa, die der Baron als Attaché in Kairo 13 Jahre lang bewohnte. Oppenheim unterhielt ein Netzwerk von Kunstagenten, die in seinem Auftrag die Bazare der Gegend auf der Suche nach erlesenen Objekten durchstöberten. Zu ihrer Beute zählten Wasserpfeifen, Schmuck und Parfümflakons, vergoldete Kaffeekannen, kostbare Frauenkostüme.

Das meiste davon kam in Oppenheims Anwesen tatsächlich zum Einsatz bei den vielen Partys, die der Hausherr prachtvoll inszenierte. Oder im Rahmen arabischer Festessen, bei denen er sich als Kenner einheimischer Sitten beweisen konnte. Das Dinieren fern heimischer Konventionen weckte gelegentlich den Übermut der wohlerzogenen Gäste – darunter ein paar gestandene Offiziere, die sich zum Ausklang eines solchen Mahls mit abgenagten Hühnerknochen beworfen haben sollen. Anschließend kamen dann wahrscheinlich Oppenheims edle Handwaschgarnituren zum Einsatz und die fein bestickten Handtücher. Und zum Abschluss wurde Kaffee in zierlichen Tässchen serviert.

Doch wäre es natürlich falsch, Oppenheims Orient-Faible auf Luxus zu reduzieren. Er war zuerst wissbegieriger Forscher. Verfasste regelmäßig Berichte für die Reichskanzlei. Fungierte als Berater, tat sich als Experte hervor. Und baute dabei anders als die meisten europäischen Zeitgenossen auf den intensiven Austausch mit Einheimischen – auch mit der einfachen Bevölkerung. So begab sich der Baron etwa auf die Spuren der Beduinen und widmete deren Kultur eine mehrbändige Abhandlung.

Oppenheim benahm sich dabei nie von oben herab. Er sprach Arabisch und war von echtem Interesse getrieben. Dieser Haltung verdankte er wohl auch den schicksalshaften Tipp, der ihn 1899 auf jenen alten Siedlungshügel namens Tell Halaf führte. Beduinen hatten ihm von furchterregenden Steinbildern erzählt. Sie waren beim Ausschachten eines Grabs darauf gestoßen und dermaßen erschrocken, dass sie die Grube sofort wieder zugeschüttet hatten.

Schon bei den ersten Schürfungen offenbarte sich Oppenheim ein paar Zentimeter unter der Erdoberfläche die Sensation. Fein gearbeitete Steinreliefs traten dort zu Tage und mächtige Basalt-Skulpturen. Löwen, Greifen, Sphingen, Stiergestalten, Skorpionmänner und drei weißäugigen Wettergötter. Die Göttertrias zierte vor bald 3000 Jahren die Fassade des aramäischen Fürstenpalastes auf dem Tell Halaf.

Weiterlesen dringend empfohlen: http://www.welt.de/print/wams/nrw/article127589728/Tragische-Passion.html

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. Mai 2014 von in Artikel über Aramäer, Kultur und Identität und getaggt mit .

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