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Familie Tabbo: Wer hat uns das angetan?

Altenstadt (lk). Eine Frauenleiche im Wald, Würgemale, Verletzungen am Oberkörper. Vom Mörder keine Spur. Tochter und Ehemann der Getöteten wollen endlich wissen, wer die 46-Jährige im Mai 2013 umgebracht hat. Dass der Täter noch frei herumläuft, quält sie. Nun sagt die Polizei, der Fall steht kurz vor der Aufklärung.

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Bilder aus besseren Zeiten: Familie Tabbo im Urlaub.

© Privat

Claudia Tabbo hat in der vergangenen Woche ihren 23. Geburtstag gefeiert. Es war der erste, an dem ihre Mutter Vebronia ihr keinen Kuchen gebacken hat. Auch David und Johannes, Claudias jüngere Brüder, und Vater Abdullahhad werden nie wieder den süßen arabischen Kuchen der gläubigen Christin essen. Denn Vebronia Tabbo ist tot. Sie wurde ermordet. Im Alter von 46 Jahren.

Rund zehn Monate ist das her. Noch immer stehen die Porzellanfiguren der gebürtigen Syrerin in einer Vitrine im Haus der Tabbos in Altenstadt, noch immer hat Witwer Abdullahhad es nicht geschafft, die Kleidung seiner Frau zusammenzuräumen. Doch das Leben der Tabbos steht nicht still. Claudia Tabbo führt nach einem Urlaubssemester ihr Architekturstudium fort. Ihre Brüder gehen zur Schule, Abdullahhad Tabbo ist wieder auf der Suche nach einem Job. Und dann ist da noch das neue Familienmitglied »Pluto«, ein winziger Welpe, den Claudia Tabbo zum Geburtstag bekommen hat. »Meine Mutter wäre wohl gegen den Hund gewesen. Wobei, vielleicht auch nicht. Er ist ja wirklich sehr klein«, sagt die hübsche Frau. Sie spricht akzentfrei, nur ihr Aussehen verrät, dass ihre Eltern aus dem Nahen Osten kommen.

»Alles deutet auf deinen Vater hin«

Inzwischen gehe es den Familienmitgliedern wieder halbwegs gut, sagt sie. »Es hat mich sehr belastet, dass die Polizei uns gegenüber so einen Druck ausgeübt hat«, übersetzt sie die Worte ihres 55-jährigen Vaters. Er und auch sein Schwieger-
sohn in spe, Claudias Freund, waren ins Visier der Fahnder geraten. »Weil wir ein Sparbuch meiner Mutter nicht finden konnten«, erklärt Claudia Tabbo. Darauf sollen 3400 Euro gewesen sein. Zudem habe es geheißen, ihr Lebensgefährte habe die Mutter getötet, weil er ihr nicht die 3000 Euro habe zurückzahlen können, die Vebronia Tabbo ihm einst für die Eröffnung seiner Pizzeria geliehen habe. Ihr Vater habe während des Verhörs zwei Versionen davon erzählt, wen er an jenem Vormittag – an dem Vebronia Tabbo verschwand – getroffen habe, soll ein Polizist gesagt haben. Außerdem sei sie mit der Aussage konfrontiert worden, ihr Vater sei gewalttätig. Ein Dolmetscher habe ihr gegenüber sogar geäußert: »Alles deutet auf deinen Vater hin. Er war es.«

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Vebronia und Abdullahhad Tabbo freuen sich über die Geburt ihrer Tochter Claudia.

Sie sei an jenem Morgen bei ihrem Freund in dessen Restaurant gewesen. Kurz nachdem ihre Mutter tot gefunden worden war, habe die Polizei das Haus ihrer Eltern durchsucht und verschiedene Dinge sichergestellt. »Die Sachen – Hosen, Handtücher, Bettlaken, Schmuck – haben wir teilweise zurückbekommen.« Ein Ring von Abdullahhad Tabbos Mutter fehle noch. Die Hausdurchsuchung habe drei Tage gedauert. Mehrfach sei die Polizei auch im Restaurant ihres Freundes gewesen, habe es durchkämmt. »Klar sind da die Gerüchte rumgegangen.« Sie selbst zweifle weder an ihrem Vater noch an ihrem Lebensgefährten. Letzteren habe sie übrigens über ihre Mutter kennengelernt. »Sie hat uns vor drei Jahren zusammengebracht«, sagt Claudia Tabbo. Ihre Mutter habe gemeinsam mit dem Lebensgefährten bereits die Verlobung geplant. »Sie hat ihn geliebt.«

Die Nachbarn und Freunde hätten kurz nach der Tat verschiedene Mutmaßungen geäußert, etwa dass Abdullahad Tabbo sich erhängt habe oder dass er eine Fußfessel tragen müsse. »Seitdem die Ermittlungen gegen ihn eingestellt sind, glaubt aber keiner mehr, dass er es war«, sagt die Architektur-Studentin.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 27. Mai 2014 von in Artikel über Aramäer, Diaspora, News aus aller Welt.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

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