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Kaserne könnte Auffangstation werden für Flüchtlinge aus Syrien und Ägypten

Land NRW hat um Hilfe gebeten: Flüchtlinge könnten bald in Borgentreich eine erste Aufnahme finden
Möchte Flüchtlinge willkommen heißen | ARCHIVFOTO: SANDRA WAMERS
Borgentreich (nw). Die ehemalige Desenberg-Kaserne in Borgentreich könnte zur zentralen Auffangstation für Flüchtlinge werden. Das Land Nordrhein-Westfalen suche dringend weitere Aufnahmestellen und habe bei der Stadt Borgentreich angeklopft, sagt Bürgermeister Bernhard Temme.

Eigentümer des rund 13 Hektar großen Geländes „Am Maihof“ westlich von Borgentreich ist die koptische Kirche. Die sei natürlich interessiert an der Wirtschaftlichkeit des riesigen Grundstücks. Für Bischof Anba Damian steht aber vor allem der humanitäre Gedanken im Vordergrund: „Das Land ist in einer Notsituation, da für viele Flüchtlinge die Unterkunft fehlt. Es droht die Obdachlosigkeit. Eine humanitäre Hilfe wollen wir nicht verweigern“.

In besonderem Maße denke der Bischof dabei auch an die Flüchtlinge aus Syrien und Ägypten. „Wir beherrschen die arabische Sprache“, sagt Bischof Damian – und in der geografischen Nähe zum Hauptsitz der syrisch-orthodoxen Kirche in Warburg sieht er Synergieeffekte. „Wir können dann auf arabisch, aramäisch und türkisch Seelsorge leisten für unsere Brüder“, so Damian.

Aber natürlich würden sie auch alle anderen Flüchtlinge unterstützen. Dazu seien aber enge Absprache mit dem Kreis Höxter und der Stadt Borgentreich nötig. „Wir arbeiten Hand in Hand, um die Situation schnell voran zu bringen.“ Mit einem Ingenieurbüro habe Damian bereits gesprochen; um die Kaserne an das öffentliche Netz anzuschließen, seien Investitionen von rund 200.000 Euro nötig, sagt Damian. „Die Heizungsanlage muss auf den Stand der Umweltvorschriften gebracht werden“, bringt Damian ein Beispiel. Es sei wichtig, eine brauchbare Lösung vor dem nächsten Winter zu schaffen.

Für Bernhard Temme haben die Überlegungen auch eine politische und soziale Dimension: „Es könnte sein, dass sich dann in Borgentreich bis zu 500 Migranten gleichzeitig aufhalten.“ Das sei zwar nur kurzfristig, weil in einer solchen Auffangstation die Flüchtlinge nur die ersten paar Tage nach der Ankunft in Deutschland für medizinische Untersuchungen und administrative Tätigkeiten sein werden. „Wir müssen uns vergleichbare Auffangstationen anschauen und abwägen, wie das Ganze einzuschätzen ist“, sagt Temme. Positiv in die Waagschale würde die Entstehung vieler Arbeitsplätze fallen. Für ihn sei allerdings noch nicht klar, wie es weitergeht. „Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen.“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 5. Juni 2014 von in Artikel über Aramäer, Diaspora, Völkermord - Christenverfolgung.

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