ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Interne Vertriebene und aramäisches Nationalbewusstsein

Ausschnitt aus einem Artikel:

Neben der libanesischen Community gibt es auch eine kleine indigene maronitische Gemeinschaft von einigen Tausend in Israel. Sie leben überwiegend in und um Haifa, in Nazareth sowie im Dorf Jisch in Galiläa. Jisch ist das einzige Dorf in Israel mit einer maronitischen Mehrheit (der Rest der etwa 3000 Bewohner ist griechisch-katholisch oder sunnitisch) und ist in den letzten Jahren durch eine Wiederbelebung des Aramäischen bekannt geworden.

Die Maroniten, wie der Rest der indigenen christlichen Bevölkerung Israels, sprechen eigentlich Arabisch. Doch in den vergangenen Jahren versuchen sie zunehmend, Aramäisch, das eigentlich nur als Liturgiesprache in Verwendung war, auch als gesprochene Sprache zuetablieren. Diese Entwicklung ist verknüpft mit einem regelrechten aramäischen Nationalbewusstsein. Dieses wird durch die aramäisch-assyrische Exilgemeinschaft, besonders den in Schweden beheimateten Fernsehsender Suroyo TV sowie auch durch Israelische Medien und staatliche Institutionen gefördert. Im Zentrum dieses Nationalbewusstseins steht eine nicht-arabische christlich-aramäische Identität, die sich besonders durch die Sprache ausdrückt und dem jüdischen Staat gegenüber explizit positiv eingestellt ist. Ein Indiz für die proisraelische Richtung dieses Nationalbewusstseins ist auch die Tatsache, dass sich unter den aramäischen Aktivisten in Jisch verstärkt ehemalige christliche Soldaten der israelischen Armee finden, die freiwillig gedient haben.

Jisch ist aber nicht nur ein Zentrum des aramäischen Nationalbewusstseins. Es ist auch die Heimat von sogenannten internen Vertriebenen, die 1948 vor der israelischen Armee aus ihren Dörfern flohen. Die Maroniten von Jisch stammen nämlich ursprünglich überwiegend aus Kafr Bir‘im an der libanesischen Grenze. Die Bevölkerung von Kafr Bir‘im wurde, wie in den meisten arabischen Dörfer an der libanesischen Grenze, 1948 vertrieben. Die Hoffnung, dass den Maroniten von Kafr Bir‘im dieses Schicksal aufgrund der Beziehungen des maronitischen Patriarchats zu zionistischen Aktivisten erspart bliebe, oder sie gar in ihr Dorf zurückkehren dürften, erfüllten sich nicht.

Die Bewohner von Kafr Bir‘im, das in den 1950er Jahren vollständig zerstört wurde, siedelten überwiegend in das nahegelegene Jisch um. Dessen ursprüngliche Bevölkerung war größtenteils ebenfalls geflohen oder vertrieben worden. Seit Jahrzehnten kämpfen die Einwohner von Kafr Bir‘im und ihre Nachkommen deshalb einen mühsamen Rechtsstreit um eine Rückkehr – bisher vergeblich. Patriarch Al-Ra‘i las denn auch in den Ruinen von Kafr Bir‘im eine Messe undversprach, sich über den Vatikan für eine Rückkehr der ehemaligen Bewohner einzusetzen. Vermutlich werden diese Appelle aber genauso ungehört bleiben wie jene von Papst Johannes Paul II.

Es erscheint paradox, dass unter diesen Bedingungen ein aramäisches Nationalbewusstsein überhaupt entstehen kann. Wie stark die Unterstützung für einen anti-arabischen Kurs unter den Maroniten in Israel tatsächlich ist, kann schwer bestimmt werden. Nimmt man die Wahlergebnisse für die letzte Wahl zur Knesset – also die Unterstützung für jüdisch-zionistische Parteien – als Indikator für eine anti-arabische Einstellung, so liegt allerdings für Jisch der Schluss nahe, dass die Agitation durchaus Früchte trägt. Das Wahlergebnis dort unterscheidet sich nämlich erheblich von dem in vergleichbaren arabischen Dörfern und weist einen deutlich höheren Anteil (mehr als 40 Prozent) an Stimmen für jüdisch-zionistische Parteien aus.“

Vollständiger Artikel hier: http://www.alsharq.de/2014/mashreq/libanon/kein-politischer-besuch-der-maronitische-patriarch-israel/

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. Juni 2014 von in Artikel über Aramäer, Kultur und Identität.

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