ARAMEAN YOUTH UNION – Junge Aramäische Union

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Tausende aramäische Bundesbürger verlieren ihr Land im Tur Abdin

Vom Kirchturm in Aynwardo aus betrachtet, sieht die Landschaft des Tur Abdin trügerisch friedlich aus. Die sanften Wellen der Hügel, das satte Braun fruchtbarer Erde und der grüne Schimmer der Felder erstrecken sich bis zum Horizont; eine tiefe Stille liegt über dem Land. Doch die Kirche ist befestigt wie eine Burg und mit Schießscharten bewehrt, aus denen sich die Christen des Dorfes 1915 gegen die Belagerung von Kurden und Türken verteidigten. Fast hundert Jahre ist das her, und die Christen hier fühlen sich noch immer belagert. „Da drüben am Hang sitzen sie“, sagt Daniel Akbulut und beugt sich über die Brüstung des Kirchturms, um auf ein kurdisches Dorf am nächsten Hügel zu zeigen, das sich auf christlichem Land niedergelassen hat. „Wir sind im Grundbuch als Besitzer dieser Felder eingetragen“, erzählt der grünäugige junge Mann. „Doch wir können sie nicht einmal betreten, weil die Kurden uns mit Waffen drohen.“
Daniel Akbulut zählt mit seinen fünf Brüdern zu den letzten Christen von Aynwardo, einem von rund drei Dutzend solcher Dörfer im Tur Abdin. Der Landstrich im Südosten der Türkei, zwischen dem Tigris und der syrischen Grenze, ist die historische Heimat der syrisch-orthodoxen Christen, die auch Aramäer oder Assyrer genannt werden und zu den ältesten christlichen Völkern der Welt zählen. Bei den Massakern von 1915 zusammen mit den Armeniern schon stark dezimiert, wurden die meisten Angehörigen dieser Volksgruppe im vergangenen Jahrhundert aus ihrer Heimat vertrieben – durch Armut, Diskriminierung, Gewalt und zuletzt durch den Krieg zwischen kurdischen Rebellen und der türkischen Armee. Heute leben alleine in Deutschland mindestens 80.000 Christen aus dem Tur Abdin, vor Ort sind es nur noch 2.000.
Geld aus der Diaspora Vom Kirchendach zeigt Akbulut auf die einzelnen Häuser im Dorf: „Der da ist in Deutschland, der in Holland, der in Amerika.“ Die meisten Christen von Aynwardo leben heute in Städten wie Gütersloh, Gießen oder Delmenhorst, den Zentren assyrisch-aramäischen Lebens in der deutschen Diaspora. Ihre Häuser in Aynwardo sind aber frisch renoviert, einige auch neu aufgebaut nach jahrzehntelanger Verwahrlosung. Durch einige Reformen in jüngster Vergangenheit und dem Beginn von Friedensverhandlungen im Kurdenkrieg haben viele Aramäer in Europa neue Hoffnung geschöpft auf einen Neubeginn in der Heimat. Mehrfach hat die türkische Regierung die Christen eingeladen, in die Türkei zurückzukehren. Hunderttausende Euro sind seither aus der Diaspora in diese Dörfer geflossen. Den Umzug haben bisher aber nur wenige mutige Christen gewagt, denn in der alten Heimat gibt es neue Scherereien.

Weiterlesen empfohlen: http://www.das-parlament.de/2014/50_51/im_blickpunkt/-/345080

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. Dezember 2014 von in Artikel über Aramäer, Diaspora, Völkermord - Christenverfolgung.

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Der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern, über 500.000 Aramäern und anderen christlichen Minderheiten, die Straflosigkeit der Täter, wird von Historikern als Blaupause für den Holocaust und weitere Völkermorde bezeichnet. Bereits Adolf Hitler sagte bei seiner zweiten Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 „Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“. Die Leugnung eines Völkermords und die Straflosigkeit der Täter stellt einen Nährboden für weitere Völkermorde dar, welche heute immer noch stattfinden! Stoppt die Leugnung von Völkermorden und die Verunglimpfung der Opfer durch die Täter und ihre Nachfahren!

Yes, You Can Say ‘Genocide,’ Mr. Prim Minister Erdogan!

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